Die Dinge haben nur den Wert, den du Ihnen verleihst

Den heutigen Beitrag möchte ich mit dem Zitat von Jean Baptiste Molière beginnen: “Die Dinge haben nur den Wert, den man Ihnen verleiht”.

Er hat so recht mit diesem Zitat und wir sollten uns das immer wieder bewusst machen, dass es genauso ist. Ich möchte sogar noch ein bisschen weiter gehen und den Satz etwas umwandeln. “Die Menschen haben nur den Wert, den man Ihnen verleiht” und um noch deutlicher zu werden “Die Menschen haben nur die Macht, die man Ihnen verleiht”.

Für mich sind manche Dinge unheimlich wertvoll. Nicht vom finanziellen her, sondern viel mehr geht es mir um den emotionalen Wert, wenn damit Erlebnisse, Erinnerungen verbunden sind. Das kann auch nur ein kleiner hübscher Aschenbecher aus dem Urlaub von vor 10 Jahren sein, der zu einem wahnsinnig wertvollen Gegenstand wird. Wir verleihen Dingen und Menschen einen Wert, eine Macht. Manchmal ist das gut, weil wir uns, wie im Falle meines Aschenbechers, die schönen Erinnerungen damit wieder ins Gedächtnis holen. Nicht als würde ich den Aschenbecher brauchen, um mich an den Urlaub von damals zu erinnern. Aber ich bin Nichtraucherin und wenn ich den Aschenbecher aus der Schublade hole und für meine Gäste aufstelle, dann muss ich schon immer daran denken, wie ich mit meinen Freundinnen ins Souvenirgeschäft in Griechenland geschlendert bin und ein bisschen beschwipst war von den Cocktails zuvor. Was nämlich beim Kauf des Aschenbechers passierte, war eine Aneinanderkettung wahnsinnig lustiger Ereignisse. Es geht aber heute nicht um die Anekdote, wie ich zu diesem Aschenbecher gekommen bin, sondern eben um Dinge und Menschen denen wir Macht verleihen.

In den meisten Fällen ist das nämlich nicht gut. Wie oft klammern wir uns an Dinge oder Personen, die uns nicht gut tun!

An Souvenirs aus alten Zeiten, von längst vergangenen Freund- und Partnerschaften. Wie etwa ein Foto von dir und deinem Ex-Partner, dass auch nach drei Monaten Trennung noch auf dem Schreibtisch steht oder das Mix-Tape dass du mit deiner besten Freundin für einen Road Trip zusammengestellt hast, mit der du aber seit drei Jahren nicht mehr gesprochen hast. Genau damit geben wir diesen Menschen einen hohen Wert in unserem Leben, den sie vielleicht gar nicht mehr verdient haben. Es hat schließlich einen Grund, warum Freundschaften oder Beziehungen in die Brüche gehen. Selten passiert das, weil beide Beteiligten feststellen, dass die Beziehung einfach nicht mehr gut tut. Viel öfter passiert es, weil man von Partnern oder Freunden enttäuscht ist. Trotzdem behalten wir Gegenstände die uns an diese Person erinnern und sabotieren damit unser eigenes Glück. Jedes Mal, wenn wir diese Gegenstände betrachten ist da wieder dieses unangenehme Gefühl der Enttäuschung. Nicht immer ist uns das bewusst, aber es ist bestimmt da.

Also, weg mit diesen Souvenirs! Verschenk sie, verkauf sie, wirf sie auf den Müll, aber sabotiere dich nicht selbst damit. “Die Dinge haben nur den Wert, den man Ihnen verleiht und die Menschen haben nur die Macht, die man Ihnen verleiht”.

Es liegt also bei dir dich von alten Souvenirs zu trennen um dein Glück nicht länger zu sabotieren und dich davon zu lösen, den “falschen” Dingen und Menschen einen Wert zu verleihen. Ich weiß, dass es einem oft so gehen kann, dass er bereits kurz davor ist, sich von den Dingen zu trennen, aber emotional noch nicht so weit ist. Was kommt sind dann so Gedankengänge, wie “dann ist das endgültig vorbei” oder vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen. Sei dankbar für die schönen Momente, die du mit dieser Person hattest. Sei dankbar für diesen Gegenstand, denn du bislang als Souvenir behalten hast. Du kannst es gerne auch laut sagen “Danke, dass du mich so lange begleitet hast, aber jetzt bin ich bereit nach vorne zu schauen und komme ohne dich klar”, gleich ob du damit die Person oder den Gegenstand meinst und dann lass los und schau nach vorn.

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Gibt es etwas, von dem du dich trennen möchtest?
Oder gibt es etwas, dass für dich von emotionalem Wert ist, wie für mich dieser Aschenbecher?

Alles Liebe,
Tina

15 Comments

  • Yva sagt:

    Mir fällt das schwer, aber ich schaffe es, weil ich weiß, wenn ich los lasse, warten neue Dinge auf mich. Und die sind überwältigender als das was nicht mehr zu kitten geht. Daher versuche ich immer die positiven Dinge in Erinnerung zu behalten und aus den negativen zu lernen.

  • Julie sagt:

    Ein wirklich toller Beitrag! Ich kann dir nur recht geben. Und den Satz “DieMenschen haben nur die Macht, die man ihnen verleiht“ sollte ich mir wieder öfter vorsagen.
    Mich von Dingen zu trennen, fällt mir meist nicht sonderlich schwer. Mich von Menschen, die mir mal viel bedeutet haben, zu lösen bzw. mich damit abzufinden, dass sich Beziehungen hat verändern, fällt mir oft sehr schwer. Aber das geht vermutlich fast jedem so.
    Wenn man den Absprung allerdings dann schafft, kann das extrem befreiend sein.
    Ganz liebe Grüße
    Julie von julie-en-voyage.com

  • EARLYHAVER sagt:

    Du hast vollkommen recht. Man muss viel mehr loslassen können und das Alte und Belastende abschütteln, dann kann man erst richtig befreit durchstarten.

  • Sarah sagt:

    Irgendwie hänge ich so gar nicht an Dingen. Es gibt allerdings eine Tupperdose, das hört sich bescheuert an, aber diese Dose habe ich aus dem Nachlass meiner Oma. Sie ist immer verschlossen und sobald ich sie aufmache, habe ich ihren Duft in der Nase. Diese Dose ist ja echt eigentlich ein herkömmliche Tupperdose, aber hat deswegen einen so emotionalen Wert :) Ich hänge da jetzt nicht dran und mach sie ständig auf und zu,aber es ist einfach gut zu wissen, dass sie da ist :)

    Meine Liebesbrief – Kiste und Geschenke von Ex – Freunden habe ich allerdings entsorgt.

    Liebste Grüße,
    Sarah von http://www.vintage-diary.com

  • du sprichst mir mit diesem Beitrag aus er Seele liebe Tina!
    ich bin grundsätzlich jemand, der nicht so gut mi Veränderungen klarkommt … und das beinhaltet eben auch, dass ich mich von bestimmten Dingen, bzw. Menschen nur schwer trennen kann! diesen Schritt zu wagen tut aber im Nachhinein sehr gut … das sollte man immer vor Augen haben :)

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    • Tina sagt:

      Ich bin einerseits jemand, der sich sehr schnell in neue Situationen einfügen kann, wenn es zB. um den Job geht. Aber ansonsten tue ich mir mit Veränderungen anfangs auch immer schwer. Dann sag ich mir, wie ein Mantra “Veränderungen sind gut! Veränderungen bringen Chancen!”… so freunde ich mich mit den neuen Situationen dann doch schneller an ;)

  • Tama sagt:

    Sehr guter Beitrag. Ich hab bisher immer alles direkt aussortiert was ich von ungeliebten Personen habe. Bis vor Kurzem hatte ich allerdings noch ein Kissen meines Exfreundes. Ich habs all die Jahre behalten, nicht aus Sentimentalität, sondern weil es echt sehr schön war. Vor ein paar wochen hab ichs dann wegegeben. Kam mir erst komisch dabei vor, weil ichs für mich etwas kindisch fand – etwas weggeben was man ttotal toll findet, aber ja von “der” Person war – aber jetzt wo es weg ist, vermisse ich es nicht.
    Liebe Grüße,
    Tama <3

  • Ich horte regelrecht Dinge, an denen ich hänge eben weil Erinnerungen damit verbunden sind. Meinen Freund nervt das total aber ich kann gewisse Dinge nicht weggeben.

    Liebe Grüße
    Melanie von https://www.lovingcarli.com

  • Oh wow liebe Tina ich muss zugeben, dass ich beim Lesen grad ein bisschen Pipi in den augen hatte. Das liegt einfach daran, dass ich zur Zeit wieder an einem Scheideweg stehe an dem sich meine Persönlichkeit und mein Lebensweg verändert – und somit auch einige Personen, an den ich aus diversen Gründen hänge eben nicht mehr wirklich hinein passen. Aber weil man eben FRÜHER eine gute Zeit mit den Personen hatte, versucht man da einfach Beziehungen aufrecht zu erhalten, die eben nicht mehr sein sollen. Vielleicht finde ich noch den Mut zu sagen, dass ich loslassen soll. Vielleicht ändert sich auch die Situation.. Wer weiß das schon.
    Viele Grüße
    Wioleta von http://www.busymama.de

    • Tina sagt:

      Hallo Wioleta, ich freue mich sehr über dein Feedback und dass dich mein Beitrag so berührt.
      Ob du dich nun zum loslassen entscheidest oder nicht, es wird das Richtige sein.
      Ich bin mir aber sicher, dass du das schaffst und wünsch dir alles gute dabei <3

  • Malin sagt:

    EIn sehr sehr schöne Beitrag, der wirklich zum Nachdenken anregt. Ich denke vielen ist auch gar nicht bewusst, was ein emotionaler Ballast auf ihnen ruht, nur weil sie sich entscheiden eine bestimmte Sache zu behalten.
    Generell kann man denke ich sagen man sollte nicht für andere Menschen in der Vergangenheit leben, sondern für sich selber in der Gegenwart.
    Liebe Grüße, Malin von flyingsparks.de

  • So Gegenstände mit Erinnerungen sind eigentlich was total schönes, aber ich hab so langsam das Problem, zu viele davon zu haben (besonders bei Kleidungsstücken) und dann nichts wegzuschmeißen, obwohl ich es eigentlich nicht mehr brauche. Ich muss demnächst definitiv mal ausmisten!:D Sehr interessanter Beitrag und richtig schön geschrieben!:) ps. ich find das Design von deinem Blog soooo schön!<3
    LG Romy

  • „Die Menschen haben nur die Macht, die man ihnen verleiht“ – den Spruch find ich ganz große Klasse! Dass wir Dingen und Menschen generell eine gewisse Macht verleihen stimmt absolut.
    Das Thema mit dem Klammern kenne ich leider auch zu gut. Aber ich habe mich jetzt schon von einigen Dingen und ja sogar Menschen losgelöst, die ich nicht mehr im Leben haben möchte. Und allen anderen Menschen, denen ich leider nicht immer aus dem Weg gehen kann, lasse ich einfach nicht mehr an mich ran 😊
    Lieben Gruß,
    ❤ Alice von alicechristina.com
    Alice Christina auf Instagram

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