Was ist ein Soulbook und warum solltest du unbedingt eines führen?

Es heißt immer, über seine Probleme soll man reden. Das befürworte ich total, aber das ist einfacher gesagt als getan. Da gibt es Menschen, die jahrelang über das selbe Problem jammern, schon 1000 Ratschläge erhalten, aber noch nie einen davon umgesetzt haben. Sowas will und kann man auf Dauer einfach nicht mehr hören. Dann gibt es genau das Gegenteil – Leute, bei denen du spürst, dass es ihnen nicht gut geht, die ihre Probleme aber nicht bei dir abladen wollen. Hinzu kommt, dass du in der Zeit, wo du dich mit anderen triffst, ja nicht nur Probleme wälzen willst, sondern viel mehr deinen Spaß haben möchtest.

Die Sache ist aber auch die, dass du nicht mit irgendjemanden darüber reden willst. Oft reagieren die Leute etwas seltsam, weil sie eben ihre eigenen Probleme haben und nicht immer wissen, wie sie auf die Probleme der Anderen reagieren sollen.

Bleibt immer noch der Profi, der Psychotherapeut, dem du dich mitteilen kannst. So etwas befürworte ich auch und finde es tragisch, dass es in Österreich immer noch genügend Leute gibt, die doof darüber reden. Bei den Hollywoodstars sind Besuche beim Psychotherapeut gang und gäbe. Aber das schauen wir uns natürlich nicht von denen ab, sondern viel lieber was die Essen um noch dünner zu werden und dass sie sich mit Erdbeeren und Backpulver die Zähne pflegen.

Tatsache ist aber auch, dass eine Gesprächstherapie extrem teuer ist, eine Zeit lang dauert bis die Probleme überhaupt erst konkret erkannt und aufgearbeitet werden und du regelmäßig hingehen solltest. Bedeutet, dass du Zeit und Geld in die Hand nehmen musst. Die Zeit kann man sich immer irgendwie frei halten, wenn es um die eigene Gesundheit geht, aber wenn das Geld nicht zur Verfügung steht, was dann?

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Was kannst du tun, um deinen Frust, deine Probleme und Ängste loszuwerden und dich mitzuteilen?

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Erstens:
Erkenne die Probleme! Mach dir bewusst, was dir diesen Kummer bereitet. Wo Frust und Angst herkommen. In welchen Situationen du besonders darunter leidest…

Zweitens: Beginne dein eigenes Soulbook zu führen! Schreibe auf was dich belastet und wie du dich fühlst. Schreibe so, wie du es dir denkst oder wie du dich Face to Face jemandem mitteilen würdest. Satzbau und Rechtschreibung spielen hier keine Rolle.

Es soll aber nicht nur darum gehen, schriftlich dein Leben zu beklagen, denn dass würde dich nur noch depremierter machen. Es ist interessant, was dir während des Schreibens noch alles einfallen wird. Du wirst vielleicht Zusammhänge erkennen, an die du vorher nicht gedacht hast. Noch interessanter wird es aber erst danach, wenn du den Text nochmal durchliest und nun auf die Problemlösungs-Suche gehst. Warum fühlst du dich so? Was kannst du dagegen tun? Was kannst du tun, um dich in der Problemsituation nicht mehr unzulänglich, schuldig, ängstlich oder wütend zu fühlen? Was kannst du tun, um in Zukunft mit diesem Problem gelassener umzugehen?

Wenn du das regelmäßig machst, wirst du mit der Zeit viel einfacher Gefühle einordnen können und auch schneller Problemlösungen finden.

Vielleicht erkennst du sogar, dass die zig Ängst, Sorgen, Probleme in Wirklichkeit nur Eines sind. Um dir ein Beispiel zu geben: Ich fange zu schwitzen an, mir wird schlecht und ich bekomme ein völlig unangenehmes Zittern, wenn ich mit einem Fahrstuhl fahren sollte oder in der Hauptverkehrszeit auf der Autobahn unterwegs bin.

Auf den ersten Blick sind das zwei Ängste, die nichts miteinander zu tun haben. Ich frage mich also, was macht mir überhaupt Angst, wenn ich in der Hauptverkehrszeit auf der Autobahn fahre? Die Antwort ist, dass die Möglichkeit eines Staus ziemlich hoch ist. Oder noch genauer, dass ich in eine Situation komme, die ich nicht beeinflussen kann bzw. aus der ich nicht aus kann, zumindest nicht bis zur nächsten Autobahnabfahrt.

Warum wird mir schlecht, wenn ich mit dem Fahrstuhl fahren sollte? Weil ich schon mehrmals erlebt habe dass Leute mit dem Fahrstuhl stecken geblieben sind. Andere Leute, nie ich selbst! Aber du wirst vielleicht schon erkennen worauf ich hinaus will. Die wahre Angst ist nämlich, dass der Fahrstuhl stecken bleibt und ich nicht raus kann. Das ich keinen Einfluss darauf habe, wann ich aus dieser Situation heraus komme.

Diese Ängste werden zu einem Problem, wenn es keinen anderen Weg gibt, als den Fahrstuhl zu benutzen oder du eben nicht an der Autobahn drum herum kommst.

Die Angst, in einer Situation festzustecken und nicht aus zu können, keinen Einfluß darauf zu haben, wie lange das Problem besteht, hat aber weder mit der Autobahn, noch mit dem Fahrstuhl zu tun, sondern schlichtweg mit einer Situation aus meiner Kindheit.

Wenn dir das einmal bewusst wird, dann ist es schon gar nicht mehr so schlimm. Denn in solchen Situationen kann ich mir nun sagen: „Meine Angst hat überhaupt nichts mit der jetzigen Situation zu tun“. Du wirst das Problem natürlich dennoch nicht von einer Sekunde auf die andere behoben haben, aber bis dahin brauchst du dich nicht mehr so schlecht zu fühlen.

Du lernst durch ein Soulbook auch, dich selbst besser kennen zu lernen. Es wird dir vieles bewusst werden. Da es aber auch sein kann, dass du dich mit Situationen und Problemen konfrontierst, die du tief in deinem Unterbewusstsein vergraben hattest, solltest du trotzdem zu einem Psychotherapeuten gehen. Einmal im Monat ca. 80 Euro zu zahlen ist wesentlich leistbarer, als einmal pro Woche. Durch das Soulbook kannst du viel genauer auf die Probleme und deren Entstehung eingehen, was bedeutet, dass der Therapeut viel schneller ein Bild von dir und deiner Situation bekommt und es demnach auch schneller Lösungsvorschläge gibt.

Ein weiterer Vorteil des Soulbooks – wenn sich nach einiger Zeit andere Probleme auf tun, kannst du nochmal darin blättern und dir bewusst machen, welche Probleme du schon gelöst hast. Und wenn du es einmal geschafft hast, was sollte gegen ein zweites Mal sprechen?

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Was ist der Unterschied zu einem Erfolgs- oder Tagebuch?

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Im Erfolgsbuch stehen Erfolge! Was hast du geleistet? Welche Probleme gelöst? Welchen Situationen hast du dich gestellt? Woran hast du gearbeitet?

Im Tagebuch stehen Erlebnisse! Wie ist dein Tag verlaufen? Was hast du gemacht? Wen hast du getroffen?

Im Soulbook stehen Emotionen! Wie fühlst du dich? Welches Problem macht dir zu schaffen?

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Wenn du an deinem Problem mit Hilfe eines Soulbooks arbeiten möchtest, dann empfehle ich dir, dass du nach drei bis vier Wochen auch mit einem Erfolgstagebuch beginnst. Das Erfolgstagebuch sollte am besten Abends vor dem Schlafengehen beschrieben werden.

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