Warum wir an alten Erinnerungen festhalten

Manchmal beißen wir uns so krampfhaft an schönen Erinnerungen fest, dass es schon schmerzlich wird. Dann erzählen wir diese Geschichten immer und immer wieder und denken ständig daran. Beinahe so, als hätte man sonst noch nichts erlebt.
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Das Festhalten an alten Erinnerungen

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Vor über 15 Jahren war ich mit meinen Cousinen einmal eine Woche in Italien und einmal eine Woche in Griechenland. Da war jeder Tag, oder viel mehr jede einzelne Minute ein absolutes Erlebnis. Wir haben so viele Leute kennengelernt und so viel lustiges erlebt.

Natürlich habe ich in den Jahren davor auch schöne Urlaube gehabt, aber die waren noch mit meiner Familie und wenn die Eltern dabei sind ist das etwas ganz anderes.

Auch in den letzten Jahren habe ich immer wieder schönes erlebt, oft sogar wesentlich lustigere Momente, als damals im Italien oder Griechenland Urlaub. Aber in diesen Urlauben war einfach so viel auf einmal und nicht eine einzige Sekunde die nicht fabelhaft war. Diese Erlebnisse waren bis vor Kurzem noch so präsent in meinem Kopf, als wären sie gestern erst passiert und ich habe immer daran gedacht, dass ich diese Erlebnisse einmal in einem Buch festhalten werde. Doch dann passierte folgendes:

Neulich stehe ich im Garten und telefoniere mit einer Freundin. Etwas das sie mir erzählt hat erinnerte mich sofort an eines dieser Urlaubserlebnisse. Und wie ich da so im Garten stehe, mir der kalte Wind leicht durchs Haar weht und mir ein dezenter Sonnenstrahl ins Gesicht scheint, muss ich plötzlich lächeln. Warum? Weil ich mich nur noch lückenhaft an dieses Urlaubserlebnis erinnere. Beim besten Willen konnte ich dir nicht sagen, ob das in Italien oder Griechenland passiert ist. Du wirst dich jetzt bestimmt Fragen, warum mich das zum Lächeln gebracht hat. Mir wurde dabei nämlich etwas klar.

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Warum wir an alten Erinnerungen festhalten

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Es macht mich nicht traurig, dass dieses Erlebnis nicht mehr so präsent in meinem Bewusstsein ist. Im Gegenteil, es macht mich glücklich und irgendwie fühlte ich mich erleichtert. Mein Leben ist schön. Ich erlebe viele lustige Momente und sammle durch meinen Beruf immer wieder neue Erfahrungen. Mein Job benötigt zwar, wie jeder andere Job auch, ein gewisses Maß an Routine, aber im Grunde ist kein Tag wie der Andere.

Das ich mich glücklich fühle, dankbar bin für das was ich habe und zufrieden bin mit dem was ich tue, wo ich wohne und mit welchen Menschen ich mich umgebe – das alles hat sozusagen die Platte überspielt, die endlich nicht mehr in Endlos-Schleife das selbe Erlebnis abspielt.

Manchmal ist so eine schöne Erinnerung an der wir krampfhaft festhalten, wie ein Überlebenselixier. In schlimmen Zeiten, in denen wir uns nicht wohl oder verloren fühlen, kann so eine Erinnerung uns trotzdem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Auch, wenn es ein bisschen mit Wehmut verbunden ist.

Aber irgendwann ist es Zeit loszulassen und eine neue Platte aufzulegen. Was auf der Platte zu hören ist und welche Emotionen damit geweckt werden bleibt schließlich uns überlassen!

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Gibt es eine Erinnerung an der du festhältst? Schreibe sie mir doch in die Kommentare und erzähle mir, warum das eine Erinnerung ist, an der du festhältst!

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