Was tun, wenn du deinen Job scheiße findest

Ich glaube, wir alle kennen das Gefühl, wenn uns die Arbeit über den Kopf wächst oder wir uns morgens dazu zwingen müssen in die Arbeit zu fahren. Das hat aber in den meisten Fällen nichts mit faul sein zu tun, sondern damit, dass man seinen Job scheiße findet. Ich nenne es jetzt einfach mal beim Namen, denn das ist wirklich schlimm und darum möchte ich auch nicht um den heißen Brei reden.

In der Arbeit verbringen wir ca. 40 Stunden in der Woche. Als Angestellter kannst du auch noch die Hin- und Heimfahrt von ca. 10 Stunden dazu zählen. Insgesamt hat die Woche 168 Stunden, wovon du wahrscheinlich 56 Stunden schlafend verbringst. Bleiben also 62 Stunden Freizeit, wobei du auch privat sicher noch einige Verantwortungen hast. Worauf ich hinaus will ist folgendes – wir verbringen fast so viel Zeit in der Arbeit, wie wir Freizeit haben. Alleine deshalb, sollte jeder einen Job haben, der ihm Freude macht oder zumindest nicht depremiert.

Ein weiterer Vorteil, wenn dir dein Job Spaß macht ist, dass du wesentlich produktiver beim Arbeiten und freundlicher zu Kollegen und Kunden bist. Es profitieren also alle davon, wenn du deinen Job gerne machst. Arbeiten muss nicht nur aus Zwängen und Durchhalten bestehen.
.

.
Wir arbeiten um zu leben und nicht umgekehrt!

Ich kenne so viele Menschen, die sich in ihrem Job geradezu gefangen fühlen, aber nichts dagegen tun. Entweder, weil sich durch die depremierte Stimmung schon das Aufraffen zum Handeln als problematisch erweist oder weil man glaubt, dass es eben so ist.

„Wer weiß schon, ob es im nächsten Job besser ist?“ Ja, das kann man natürlich nicht vorher wissen. Du musst dir nur die Frage stellen: „Kann es noch schlechter werden?“. Aber es gibt auch Menschen, die jammern ständig über ihren Job, wollen aber gar nicht weg. Auch das kann wieder verschiedene Gründe haben. Entweder sie zählen zum Typ „Ich jammere halt gerne“ oder sie hassen gar nicht ihren Job, sondern nur einen Teilbereich. Für letzteres gibt es sogar recht einfache Lösungen!

Irgendwann haben wir doch alle schonmal einen Job gemacht, der uns überhaupt nicht gefallen hat. Ist so ein Job gut bezahlt, dann kann man sein Gehalt noch als guten Antrieb sehen, schließlich will man seine Miete bezahlen und auch einen gewissen Lifestyle finanzieren. Die Vorteile sollten auf jeden Fall überwiegen.

.

Was tun, wenn du in deinem Job unglücklich bist?

Wenn du in deinem Job unglücklich bist, dann hast du sicher auch schon das ein oder andere Mal behauptet, dass dein Job scheiße ist. Aber geh dem doch mal auf den Grund. Was genau findest du denn so furchtbar? Manchmal ist es gar nicht der Job ansich, sondern vielleicht die Kollegen oder die Tatsache, dass du täglich auf dem Weg zur Arbeit im Stau stehst. Es gibt verschiedene Gründe, mach sie dir bewusst.

„Um ein Problem lösen zu können, muss man es erst einmal verstehen.“

Was ist das Problem? Wo kommt es her? Liegt es vielleicht daran, dass du mit deinen Kollegen nicht klar kommst? Wann hat das Problem begonnen? Gab es dafür einen Auslöser oder war das von Beginn an so? Magst du deine Kollegen vielleicht nur deshalb nicht, weil du glaubst, dass sie dich nicht mögen? Das wäre ja nur eine Vermutung von deiner Seite aus und dein Gefühl täuscht dich vielleicht.

Ich habe von Kindheit an zwei Freunde. Eines Tages sagte mir Andi, dass er sich mit Patrick einfach nichts zu reden weiß. Und das, obwohl wir als Kinder schon so einiges erlebt und unternommen haben. Da wurde mir erst bewusst, dass die beiden noch nie alleine etwas unternommen haben. Andi sagte mir dann „ich glaub irgendwie, der Patrick kann mich nicht recht leiden“. Mir kam das aber nie so vor, sondern viel eher so, dass Andi immer ein bisschen distanziert Patrick gegenüber war. Das habe ich ihm auch gesagt und am nächsten Tag trafen wir aufeinander und alles war ganz anders. Die Zwei haben sich so gut wie noch nie zuvor unterhalten. Andi hat mir dann gesagt, dass er an meine Worte gedacht hat und das Gefühl, Patrick könne ihn nicht leiden, einfach mal beiseite gelegt hat. Vielleicht ist es bei dir und deinen Kollegen ähnlich.

Was uns unser Gefühl sagt, muss nicht IMMER stimmen! Auf sein Bauchgefühl zu hören ist im Grunde immer gut, aber du darfst ruhig auch ein bisschen hinterfragen. Manchmal ist das Verhalten der Kollegen nur reflektiert.

Liegt das Problem aber gar nicht an deinen Kollegen, sondern vielleicht an diversen Arbeitsabläufen? Wir haben alle unser Packerl zu tragen und manche von uns haben Probleme mit Dingen, die anderen eben keine Probleme bereiten. Aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht macht dir nur ein Teil deines Jobs Probleme, die eine Kollegin aber vielleicht ganz gerne macht. Bei meiner ersten Selbstständigkeit hatte ich nebenher noch zwei andere Jobs und zwar einen als Verkäuferin in einem Modegeschäft und einen Job im Solarium. Im Solarium waren wir eine alleinerziehende Mutter, ich mit drei Jobs und eine die in der Nähe wohnte. Wenn du alleinerziehende Mutter bist und dein Kind krank wird, dann bleibst du natürlich zu Hause. Und wenn im Modegeschäft eine Kollegin krank war, dann musste ich dort einspringen und konnte nicht den Solarium-Dienst machen. Wir haben das untereinander besprochen und uns gut arrangiert. Die Kollegin, die in der Nähe wohnte, war bereit kurzfristig auch öfter einzuspringen. Sie hatte ganz schlimme Höhenangst und deshalb habe ich für Sie die Arbeiten übernommen, wofür man eine Leiter braucht. Also Lampen putzen, Glühbirnen austauschen und Fensterauslage reinigen. Wir waren ein gutes Team, weil wir uns gegenseitig das abgenommen haben, was uns Probleme bereitet hat.

Das funktioniert vielleicht nicht immer und überall so, aber wenn du dich umschaust und erkennst, dass jemand den Part gerne macht, den du so widerwillig erledigst, du aber dafür etwas gut kannst, was dem Anderen vielleicht Probleme bereitet, dann könnte man das doch ansprechen, oder?

Du weißt natürlich selbst am besten, was du in deiner Firma ansprechen kannst oder was du lieber bleiben lässt, aber manchmal machen wir uns die Probleme auch nur selber.

Wenn es der Job ansich ist, du dir im Geschäft die Beine krumm stehst, aber viel lieber im Büro sitzen würdest, oder du im Büro sitzt, völlig genervt von der Routinearbeit und immer wieder den selben Menschen um dich herum, wo du doch viel lieber mehr Kontakt haben möchtest und jeder Tag anders sein soll… Ja, was dann?

.

Drei Möglichkeiten, wie du von dem Job den du hasst, zu deinem Traumjob kommst:
.

  1. Du machst eine Umschulung und suchst dir einen Job, der dir eher liegt. Vielleicht reicht ja auch ein Firmeninterner wechsel.
  2. Du kannst dir eine neue Ausbildung nicht leisten und Förderung gibt es keine? Dann schreib dreimal, viermal…zehnmal so viele Bewerbungen und versuche es auf Gut Glück. Das funktioniert öfter, als du vielleicht denkst. Ich weiß es aus eigener Erfahrung!
  3. Du willst keine Zeit dafür investieren, lieber nichts machen und auch noch in 10 Jahren vom selben Job behaupten, dass er dich unglücklich macht?

.
Ich finde es so unglaublich wichtig, dass wir uns zu diesen 40 Stunden, die soviel Lebenszeit ausmachen, nicht zwingen müssen und dann mit gesenktem Kopf und mieser Stimmung täglich nach Hause kommen, weil wir nicht so schnell abschalten können. Das muss nicht so sein! Gib nicht auf, suche weiter nach dem Job, der dir gefällt und wenn du Geld zum investieren hast, dann investiere in dich. In deine Umschulung, damit du danach einen Job machen kannst, der dir Freude macht oder mit dem du vielleicht sogar dein eigenes selbstständiges Business aufbauen kannst.

Aber wie gesagt, vielleicht ist es gar nicht nötig, den Job zu kündigen. Vielleicht reicht es aus, etwas aufmerksamer zu sein und einmal zu schauen, wo das Problem genau liegt und wie man es lösen kann. Es gibt immer eine Lösung!

Mir ist klar, dass es Lebensumstände gibt, wo es einfach nicht möglich erscheint, einen Job zu finden oder eine neue Ausbildung zu machen. Aber ich denke mir, dass es immer einen Weg gibt und dass wir alle für unser Glück zum großen Teil selbst verantwortlich sind.

Noch ein Tipp, den ich dir gerne mitgeben möchte: Erst kündigen, wenn du einen neuen Job hast.

.

Bist du glücklich in deinem Job? Erlebst du vielleicht gerade so eine Situation oder kennst sowas von einer früheren Arbeitsstelle?

 

5 Comments

  • Tama sagt:

    So ein guter Beitrag!
    Ich habe selbst grade meinen Job gewechselt.

    Vorher habe ich fast 3,5 Jahre in einem Job gearbeitet der total monoton war, mir aber immer wieder versprochen wurde, dass ich neue, spannendere Aufgaben bekomme. Immer wieder habe ich das angesprochen. und immer wieder haben andere Kollegen neue Aufgabenbereiche bekommen, die ich genauso gut hätte machen können. Das frustriert unheimlich.
    Als meine Büronachbarin (ursprünglich im Marketing, seit der Elternzeit zuständig für Dateneingabe – auch endlos langweilig. Von sich selbst aber total überzeugt und fand uns, die wir auch niedere Arbeiten machten, nur so lange gut, wie sie mit uns auskommen muss, danach waren wir ihr zu wider) irgendwann anfing sich total seltsam zu verhalten, sprich morgens ins Büro kam, grüßte, sich Kopfhörer aufsetzte und zum Feierabend dann ging, ohne auch nur ein Wort zu sagen, macht man sich schon Gedanken.
    Vor allem dann, wenn die Kollegin BFF mit einem der Chefs ist, die Assistenz des anderen Chefs auch eine beste Freundin ist und ihr alle Anderen zu Füßen liegen.
    Da fragt man sich dann schon, an wen man sich wenden kann um so ein Problem zu besprechen, ohne das sie direkt verteidigt wird.
    Wir hatten uns damals entschlossen es nicht anzusprechen. Sie hingegen, verbreitete inzwischen im Unternehmen überall, wir wären die bösen und sprechen nicht mehr mit ihr. Versuchen sie aus dem Büro zu ekeln.
    Vorgesetzte, Chefs und einige Kollegen finden an uns wie Aussätzige zu behandeln.
    Ihr wurde einfach geglaubt. Unsere Seite der Geschichte, interessierte niemanden. Wir wurden nicht ein mal nach unserer Meinung gefragt.
    Das hat mich eigentlich am meisten gestört.
    Ich hatte zu der Zeit schon angefangen mich anderweitig zu bewerben, da es für mich von den mir zugeteilten Aufgaben, dem Umgang der Chefs und der Kollegin, dazu die Perspektivlosigkeit, unmöglich war in diesem Unternehmen weiter zu arbeiten.
    Als die Situation dann eskalierte, hatte ich bereits eine Zusage von einem anderen Unternehmen erhalten (durch eine Initiativbewerbung – die Dinger sind mega gut!) und konnte dann entspannt am nächsten Tag meine Kündigung vorlegen – auch hier hat mich keiner gefragt, wieso ich diesen Schritt gehe! Ein paar Wochen später kündigte auch meine Leidengenossin.
    Als die Kollegin allerdings wind davon bekam, dass meine Mitleidende, guten Kontakt zur Frau vom Chef hat, ging komischerweise ein paar Tage später auch ihre Kündigung ein. immerhin haben wir sie ja so stark gemobbt, dass sie sich umgesehen hat und nun von der neuen Stelle nicht mehr zurücktreten kann (ein einhalb Monate nachdem wir weg waren..) Jeder logisch denkende Mensch würd wohl von alleine darauf kommen, dass sie die Zusage ja schon vor meiner Kündigung hätte haben müssen, zudem hat sie dann auch noch 3 Monate Kündigungsfrist. Also muss der neue Arbeitgeber ja auch fast 6 Monate auf sie warten – und da soll keine Zeit mehr gewesen sein, vom Vertrag zurückzutreten?!
    Wie dem auch sei – im neuen Betrieb wird nun fleißig gegen uns gewettert.
    Mir ist es fast egal (wenn durch ihre Lügen mein Zeugnis nicht schlechter ausfallen würde, wäre es mir völlig egal), da mein neuer Job ein absoluter Traum ist und ich alles hab was ich wollte!
    Für mich hat sich der Schritt gelohnt und ich kann es nur Jedem empfehlen!

    Liebe Grüße und sorry für den ganzen Text :-)
    Tama <3

    • Tina sagt:

      So etwas in der Art habe ich schon ein paar Mal gehört. Es kann manchmal wirklich schlimm sein und man stellt sich schon die Frage, wie man so konzentriert arbeiten und produktiv sein soll.
      Der lange Text macht gar nichts ;) Mein Post war ja dafür gedacht, dass Leute, die so etwas erleben oder erlebt haben, hier auch mal ein bisschen Dampf ablassen können ;)

      Danke für dein Feedback!
      LG, Tina

      • Tama sagt:

        Genau das ist der Punkt – produktiv arbeiten kann unter solchen Umständen keiner.
        Und ich finde, jeder Arbeitgeber sollte grade deshalb daran interessiert sein, wieso seine Mitarbeiter freiwillig das Unternehmen verlassen.
        danke für den Beitrag.
        Liebe Grüße,
        Tama

  • Maria sagt:

    Das ist ein sehr interessanter Post und die Tipps sind wirklich super. Vor allem auch das Beispiel mit den Kollegen ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.