Leben in einer Neid- und Vergleichsgesellschaft

Wir leben in einer Neid- und Vergleichsgesellschaft. Das ist leider Fakt, aber es soll jetzt hier kein Beitrag sein, der euch hinunter zieht, viel mehr möchte ich euch erzählen, warum ihr sofort aufhören solltet euch mit anderen zu vergleichen und warum ihr Neid keinen Raum geben solltet.

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Wozu ständiges vergleichen führt:

Schon in frühester Kindheit wird das Vergleichen unter anderem von den Lehrern und Eltern geschürt. Das bedeutet aber nicht, dass es sich dabei um „schlechte“ Lehrer oder Eltern handelt, sondern dass auch diese so aufgewachsen sind und es einfach nicht anders kennen. Damals gab es andere Gesellschaftsprobleme und man dachte nicht groß über Persönlichkeitsentwicklung und kreative Entfaltung nach. Wir haben heute andere Chancen und können diesen Kreislauf durchbrechen.

Ständig mit anderen verglichen zu werden, oder sich selbst mit jemand anderen zu vergleichen, macht unglücklich und wird euch im Leben nicht weiter bringen. Wir vergleichen uns im Grunde immer mit Menschen, die in einem bestimmten Bereich besser sind, die glücklicher wirken, besser aussehen oder mehr Erfolg haben. Die meisten Menschen verfallen dabei total, was sich auch gleich in der Körperhaltung abzeichnet. Wenn die Schultern nach vorne koppen, sich der Brustkorb verengt, der Kopf nach unten hängt und einem nur noch ein trauriges „Das will ich auch“ oder „Warum hat die das und ich nicht!“ über die Lippen kommt.

Darauf folgen sinnlose Grübeleien: Hab ich das nicht verdient? Warum muss bei mir immer alles so kompliziert sein? Alle anderen haben es leichter…


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Vergleichen auf die positive Art:

Selten habe ich erlebt, dass sich jemand vergleicht und daraufhin eine aufrechte Haltung einnimmt, Kopf gerade, Schultern entspannt, Brust hinaus, Bauch hinein und ein überzeugtes, positives „Das will ich auch“ ausspricht. Wenn ihr so reagiert, euch die Schritte vor Augen führt, die euch zu diesem Ziel führen und auch noch bereit seid dafür aktiv zu werden, dann ist vergleichen auch nichts negatives, sondern sorgt für einen positiven Antrieb. Allerdings sollte auch dieses Vergleichen nur eine Ausnahme sein.
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Warum Neid nichts bringt:

Das Vergleichen hat gewisserweise auch mit Neid zu tun. Neid finde ich ganz schlimm, weil es niemandem einen Nutzen bringt und sich alle Beteiligten dadurch schlechter fühlen. Leider ist unsere Gesellschaft aber sehr neidgeprägt und oft wird euch der Erfolg im eigenen Umfeld nicht gegönnt oder die Arbeit, die ihr in diesen Erfolg investiert habt mit einem simplen „die hat es ja viel leichter gehabt“ minimiert.

In diesem Fall kann der Neid aber auch seinen Ursprung in der Angst und Gewissheit haben. Etwa wenn Freunde glauben, dass man durch den eigenen Erfolg vielleicht keine Zeit mehr für sie haben wird oder man sich dann lieber mit anderen, eventuell noch erfolgreicheren, Menschen umgibt.

Dabei sollte Neid insbesondere im engeren Umfeld gar kein Thema sein! Warum? Weil wir letztlich der Durchschnitt der fünf Menschen sind, mit denen wir uns am meisten umgeben. Wenn wir uns also mit Menschen umgeben die glücklich und erfolgreich sind, dann übernehmen wir auch Eigenschaften und werden selbst glücklicher und erfolgreicher (sofern wir uns nicht in den direkten Vergleich begeben). Grundsätzlich ist es ja so, wenn wir uns über die eigenen kleinen Erfolge mehr freuen, uns aber auch für unsere Mitmenschen mehr freuen, dann ist das ein positives Gefühl, dass nur noch mehr Freude in unser Leben bringt.

Gibt es jemanden auf den ihr neidisch seid? Es gibt bestimmt auch jemanden auf den diese Person neidisch ist. Oft stellt sich heraus, dass die Person auf die ihr neidisch seid, sogar auf euch neidisch ist. Weil wir von unserem Gegenüber letztlich immer nur das wissen, was es bereit ist uns zu zeigen und das sind eher selten die Schwächen.

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Also, Schluß mit dem Vergleichen. Schluß mit dem Neid. Lasst uns einfach diese zwei gegen Freude tauschen!

Alles Liebe,
Tina

 

16 Comments

  • Tabea sagt:

    Liebe Tina,

    Du sprichst hier ein Thema an, das immer aktueller wird. Und ich finde es super, wie Du das tust. Vergleichen gern, wenn es “gesund” ist.
    Ich habe mittlerweile in den meisten Bereichen meines Lebens einen für mich guten Weg gefunden und beneide Menschen um wenig.
    Wir müssen wirklich einfach daran denken, wer und was wir sind und haben. Denn auch wir sind einzigartig. Wenn wir mit uns im Reinen sind, sind wir glücklich und weniger neidisch.

    Viele liebe Grüße,

    Tabea
    von tabsstyle.com

  • Miri sagt:

    Deine Worte sind so wahr. Als Lehrerin sehe ich jeden Tag, wie die ganze Misere bereits vor dem Schulabschluss beginnt. Das stimmt mich nachdenklich und eine wirkliche Lösung habe ich dafür auch nicht, außer den Schülern ein gesundes Selbstwertgefühl zu vermitteln.

    Ein Lächeln,
    Miri

  • Isa sagt:

    Ach du hast so recht! Wobei ich persönlich offen ausgesprochenen (positiven) Neid auch eine schöne Sache finde. Allerdings hat es lange gedauert das in die Praxis umzusetzen und auch anzuwenden.
    Das Thema habe ich tatsächlich schon viele Male durchdacht habe und mir den Kopf darüber zerbrochen und nun hat dein Beitrag nochmal dazu beigetragen andere Aspekte zu berücksichtigen und mir wieder ordentlich Denkstoff gegeben :)

    Herzlichen Dank liebe Tina. Hab ein tolles Wochenende.

    Isa

  • Manu sagt:

    Wie recht Du hast – Neid bringt einem kein Stück weiter. Es ist viel schöner, wenn man sich über seine eigenen kleinen Schritte freut, oder mit jemandem zusammen etwas grosses schafft, indem man sich gegenseitig unterstützt und pusht… =)

    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Manu

  • Katii sagt:

    Ich hab eigentlich recht schnell gelernt, dass einem Neid nicht viel bringt und vergleich mich – meistens – nicht mit anderen… Komplett ohne gehts in unserer Gesellschaft einfach nicht, aber ich glaub, ich hab da für mich ein gutes Mittelmaß gefunden :)

    Alles Liebe, Katii

  • Avaganza sagt:

    Liebe Tina,

    super Ansatz! Als Psychologin kann ich dir nur zustimmen – Neid bringt uns nicht weiter sondern macht und unglücklich und frustriert. Ich habe schon oft den Neid anderer auf mich gezogen … aber selbst kenne ich Neid nicht :-).

    lg
    Verena

  • ein super Appell meine Liebe! es macht wirklich keinen Sinn anderen etwas zu neiden, auch wenn es heutzutage recht schwer fällt, weil uns SoMe und Co. geradezu dahin treiben …
    einfach mal bei sich selbst bleiben :)

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  • Liebe Tina,
    besonders die Sozialen Medien schüren diese ständigen Neid-Gedanken leider ganz wunderbar. Alles ist toll und scheinbar immer perfekt. Dabei gebe ich deinem Satz: “Vergleichen macht unglücklich” so recht.
    Glücklich, wer in sich so gefestigt ist, dass in diese Scheinwelt kalt lässt.

    Liebe Grüße,Katja

    • Tina sagt:

      Das würde ich auf Anhieb auch so sagen, aber wenn ich es mir genau überlege, war das früher schon genauso. Mit früher meine ich, wenn ich da so 15 bis 20 Jahre zurück denke ;)

  • Super Ansatz: Freude ist besser als Neid. Neid kann viel zerstören, im beruflichen genauso wie im privaten. Toller Beitrag, der zum Denken anregt. Liebe Grüße, Claudia

  • Sandra sagt:

    Ja, ja und ja – ich kann dir da nur zustimmen. Ich habe das inzwischen gut im Griff. Dann und wann gibt es aber dennoch diese Neidmomente, aber nur noch wenige.
    Ich schick Dir liebe Grüße
    Sandra

  • Kim sagt:

    Ohja da ist was wahres dran. Ich unterscheide aber zudem noch zwischen positivem und negativen Neid. Ich für meinen Teil kann “neidisch” sein, aber trotzdem von Herzen gönnen und mich für und mit anderen freuen. Ist doch viel schöner, wenn man glückliche und zufriedene Menschen um sich hat. Mit anderen vergleichen tu ich mich aber nie, ich bin ein zufriedener Exot und das ist gut so. Manche müssen vielleicht noch ihre Mitte finden ;)
    Alles Liebe Kim

  • Sehr gut geschrieben, Tina.

    Schon Hegel sagte sinngemäß: „Die Kuh ist nicht dafür gemacht, um Fahrrad zu fahren.“ Wenn ich mich mit mäßigen Gesangskenntnissen mit David Bowie vergleiche, werde ich ganz schön unglücklich sein. Man sollte lieber in dem Bereich, in dem man wirklich gut ist und Talent hat, die beste Version seiner Selbst werden, dann werden sich andere mit einem vergleichen wollen.

    Viele Grüße
    Sladjan

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