Fashion Blogger oder Fashion Banausin

Ich oute mich jetzt als Fashion Banausin. Ja, ich liebe Mode, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass ich ein ganz eigenes Verständnis von Mode habe.

Lange Shoppingtouren will ich nicht und brauche ich auch nicht. Darunter verstehe ich nämlich allerhöchstens für eine Stunde lang in der Buchhandlung abzuhängen, Cover zu studieren, Inhaltsangaben zu lesen und mich dann für drei Bücher entscheiden. Danach gehe ich vielleicht in zwei Bekleidungsgeschäften und anschließend ins Kaffeehaus. So sieht bei mir eine Shoppingtour aus. Wenn ich etwas brauche, zB. eine neue Jeans, dann probiere ich vielleicht vier Stück, wenn davon keine passt, dann bin ich trotzdem fertig mit shoppen. Ich habe keine Lust ewig lange in der Umkleide zu stehen und zu probieren.

Als ich 14 Jahre alt war habe ich mir eine Karohose in Orange gekauft. Damals waren die gerade der absolute Trend und ich wollte unbedingt eine davon haben. Ich musste sparen, um mir diese Hose kaufen zu können. Zuhause hat mein Bruder die Hose entdeckt und gefragt „Was willst du denn mit dieser Clownshose?“.

Ich habe diese Hose nie getragen. NIE. Wollt ihr wissen warum? Nicht wegen der Aussage meines Bruders, sondern weil die Hose echt auffällig war – also etwas für Mutige. Ich musste mir eingestehen, dass ich eindeutig nicht zu den Mutigen zählte, insbesondere nicht in punkto Mode. Mit 14 war meine Devise vielmehr „nur nicht auffallen“. Ich habe mich ganz gerne in meiner Unsichtbarkeit versteckt.

Wie auch immer. Das war das erste und letzte Mal, dass ich mir ein Kleidungsstück gekauft habe, nur weil es trendy ist. Aus der Unsichtbarkeit und der grässlichen Hose bin ich zum Glück rausgewachsen. Ich bin aber auch heute nicht der Typ „FASHION für MUTIGE“, sondern viel mehr der Typ „FASHION zum CHILLEN“. In erster Linie will ich es immer bequem haben. Ich möchte mich nicht auf den Boden legen und den Bauch einziehen, um eine Hose überhaupt erst zu zubekommen. Tatsächlich machen dass mehr Menschen, als du vielleicht denkst, ich weiß es, ich war im Verkauf tätig. Wenn die Hose nicht ganz perfekt sitzt, ist mir das auch egal, solange sie bequem ist. Natürlich ist mir am liebsten, wenn beides zutrifft. Am liebsten sind mir Jeans und im Sommer Leinenhosen. Damit fühle ich mich am wohlsten.

Ich rate dir auf jeden Fall, dass zu tragen, womit DU dich wohl fühlst, ob Trend oder nicht. Vor allem solltest du dir keine Ausreden suchen, die mit deiner Figur zu tun haben. Im Verkauf habe ich damals ständig gehört:

„Ich bin zu flach für dieses Oberteil“.
„Ich bin zu mollig für dieses Kleid“.
„Kurze Hosen kann ich nicht tragen mit meiner Cellulite“.
„Ich muss hohe Schuhe tragen, sonst seh ich noch kleiner aus“.
„Ich trag nur lange Hosen, wegen meiner Krampfadern“.

Ist das nicht der totale Wahnsinn, wie wir uns selbst einschränken. Wir lassen uns sogar von der Mode einschränken. Mach dir das Leben leichter, indem du das trägst was sich gut und nach dir anfühlt. In Wahrheit sehen wir doch immer dann am besten aus, wenn wir uns wohl fühlen und nicht, wenn wir uns einem Trend unterwerfen. Wenn du etwas trägst, dass sich gut anfühlt, nach dir aussieht und es ist TREND, dann ist das natürlich auch okay. Wir müssen nicht zwanghaft gegen Trends ankämpfen, aber wir können uns hier die Freiheit schenken, indem wir uns nicht davon beeinflussen lassen.

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Welcher Shoppingtyp bist du?
Hast du auch schon einmal ein Kleidungsstück gekauft, aber nie getragen?

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