Winterdepression vermeiden – Winterdepression und Vitalstoffe

Es ist zwar noch lange kein Winter, aber die Temperaturen sinken allmählich und ein grauer Teils nebeliger Schleier legt sich über den Asphalt und unsere Gemüter. Winterfreunde und jene, die noch nie von einer Winterdepression betroffen waren, können sich glücklich schätzen. Allerdings gibt es genug Menschen, die mit dieser Jahreszeit so ihre Probleme haben.

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Darum habe ich heute einen Gastbeitrag von Beatrice Schmidt für euch. Sie ist Fachbuchautorin der Bücher Ich stell dann mal um„, „Abnehmen ohne Achterbahn“ und „Vegan und Glutenfrei“ (ab Dezember im Handel), Ernährungsexpertin und Bloggerin www.ernaehrungsumstellung.net.

Winterdepressionen und Vitalstoffe

Die Tage werden kürzer, die Nächte länger – die Sonne kämpft sich, wenn überhaupt, mit großer Mühe durch die Wolkendecke – die Farben des Sommers und des Herbstes verschwinden und werden abgelöst vom scheinbar ständigem tristen Grau des Winters.

Vielen Menschen schlägt all das schwer aufs Gemüt und eine alljährliche Winterdepression stellt sich ein. Klassische Symptome hierfür sind:

Angstzustände
Innere Leere
Hoffnungslosigkeit
Heißhunger auf kohlenhydratreiche Nahrungsmittel
Verlängerte Schlafperioden, die jedoch keine wirkliche Erholung bringen

Diese Merkmale sind unterschiedlich stark ausgeprägt und führen dazu, dass es den Betroffenen in den Wintermonaten wirklich schlecht gehen kann. Daher stellen sich viele Personen die Fragen, ob sie nicht irgendetwas gegen den Winterblues unternehmen können, ohne gleich zu einem Antidepressivum greifen zu müssen.

 

Ursachenfindung

Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass bestimmte Auslöser, wie Überforderung, Stress, Trauer, psychische Krankheiten, genetische Faktoren und die Veränderung des Wetters bei einem Jahreszeitenwechsel, für Depressionen und Winterdepressionen sorgen. Jedoch liegt auch immer eine Störung im Gehirnstoffwechsel vor. Was bedeutet, dass all die wichtigen Gehirnbotenstoffe (Neurotransmittern) mit all ihren wichtigen Funktionen aus dem Gleichgewicht geraten. Mit dem Ergebnis, dass es den Leidtragenden nicht gut geht.

Um besser zu verstehen, warum diese kleinen unscheinbaren Neurotransmitter so wichtig sind, ist hier ein kleiner Ausflug in die Funktionsweise dieser Helferlein. Die wichtigsten Gehirnbotenstoffe sind Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Endorphin.

 

Serotonin wird auch als Glückshormon bezeichnet. Es wird vom Körper mithilfe diverser Stoffe gebildet. Diese Stoffe müssen von außen über die Nahrung zugeführt werden. Besonders wichtig sind hier ein Nahrungsbestandteil namens L-Tryptophan sowie diverse Vitamine und Mineralstoffe. Besonders hervorzuheben sind: Vitamin C, Magnesium, Mangan, Omega-3-Fettsäuren, Zink und der komplette Vitamin B-Komplex. Die Natur hat es so eingerichtet, dass unsere natürlichen Nahrungsmittel all diese Bestandteile in der richtigen Kombination enthalten.

Um den Körper bestens mit diesen Grundbaustoffen für den Aufbau von Serotonin zu versorgen, sind folgende Lebensmittel besonders geeignet:

Nüsse, wie zum Beispiel Cashew-Kerne
Bohnen, insbesondere Sojabohnen (Bio. Frei von Gentechnik)
Samen, wie Sesam und Sonnenblumenkerne
Getreide und Pseudogetreide, wie Amaranth, Quinoa, brauner Reis, Hafer und Hirse
Getreidekeimlinge
Pilze
Obst und Gemüse, wie Bananen, Feigen, Fenchel, Kartoffeln, Spinat, Tomaten und blaugrüne Algen
Gewürze, wie zum Beispiel Safran

 

Dopamin ist unser Belohnungs- und Glückshormon. Es sorgt dafür, dass Impulse zwischen den Nervenzellen weitergeleitet werden, reguliert unsere Motivation und unsere Leistungsfähigkeit und sorgt dafür, dass unser Bewegungsapparat funktioniert. In Kombination mit Noradrenalin hat es einen großen Einfluss auf unter Glücksempfinden. Dopamin kann nicht von außen zugeführt werden. Es wird ebenso, wie Serotonin vom Körper selbst produziert. Für die Herstellung benötigt der Körper Bewegung, ausreichend Schlaf und diverse Vitalstoffe. Hierzu gehören: Omega-3-Fettsäuren, Beta-Carotin/ Carotinoide, Vitamin C und Vitamin E.

Gute Nahrungsmittel für die Dopamin-Produktion sind:

Walnüsse, Sonnenblumenkerne
Sojabohnen (Bio. Frei von Gentechnik)
rote und gelbe Paprika, Spargel, Brokkoli, Rote Beete, Blumenkohl, Rosenkohl, Karotten
Orangen, Erdbeeren

 

Noradrenalin wird unter Zuhilfenahme eines Enzyms aus Dopamin hergestellt. Dieser Neurotransmitter ist insbesondere für die Steuerung der Aufmerksamkeit und des Wachheitsgrades zuständig. Da es aus Dopamin hergestellt wird, benötigt der Körper die bereits zuvor genannten Vitalstoffe, insbesondere der hohe Bedarf an Vitamin C ist hier jedoch noch einmal explizit zu erwähnen.

Gute Nahrungsmittel, die dem Körper bei der Noradrenalin-Produktion unterstützen sind:

Grünes Gemüse
Avocado
Sojaprodukte (Bio. Frei von Gentechnik)
Blaugrüne Algen
Hafer
Mandeln
Äpfle, Ananas und Bananen

 

Endorphin hat eine schmerzlindernde Wirkung und hilft dabei Stress abzubauen. Wichtig für die körpereigene Endorphinproduktion sind viel Bewegung und eine gute Versorgung mit endorphinfreisetzenden Lebensmitteln.

Hierzu gehören:

Scharfe Nahrungsmittel, wie Chilischoten
Dunkle Schokolade (mit wenig Zucker)
Ginseng
Vanille

 

Neben den Neurotransmitteln spielt, speziell bei der Winterdepression, der Vitamin-D-Haushalt im Körper eine große Rolle. Dieses Vitamin, ist in Wirklichkeit gar kein Vitamin, sondern ein Hormon, welches unter Einwirkung von Sonnenlicht und Cholesterin vom Körper selbst produziert wird. Es reguliert unter anderen die Aufnahme diverser Mineralstoffe und Vitamine, die ihrerseits wiederum für die Produktion der bereits genannten Gehirnbotenstoffe benötigt werden. Ein Vitamin D – Mangel kann mithilfe eines Bluttest´s diagnostiziert werden. Auch, wenn es Nahrungsmittel gibt, die in geringen Mengen dieses wertvolle Hormon beinhalten, ist der beste Schutz vor einem solchen Mangel viel Bewegung an der frischen Luft mit einer möglichst hohen Sonneneinwirkung auf der Haut.

Zusammenfassend lassen sich als Ursachen für eine Winterdepression ein Ungleichgewicht im Gehirnstoffwechsel und ein Vitamin-D-Mangel benennen. Diese Kombination kommt in der Regel durch ungünstige Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zustande und kann von jedem Einzelnen geändert werden. Vorteilhaft ist es natürlich vorbeugend zu handeln und nicht erst einzuschreiten, wenn die Depression schon im vollen Gange ist.

 

Vorbeugung

Die beste Möglichkeit sich vor einer Winterdepression zu schützen ist eine gesunde Ernährungsweise Diese enthält viel frisches, rohes, regionales und saisonales Obst und Gemüse. Hinzu kommen noch Vollkorngetreideprodukte, hochwertige pflanzliche Eiweißlieferanten und nur wenig bis gar keine tierischen Nahrungsmittel. Auch Süßigkeiten und Alkohol sollten, wenn überhaupt, nur in geringen Mengen verzehrt werden. tägliche Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten an der frischen Luft runden das Ganze ab und schon ist viel zur Prävention von Winterdepressionen getan.

Auch das Essverhalten spielt eine große Rolle. Wer regelmäßig über den Tag verteilt Nahrung aufnimmt, diese gründlich kaut und so dafür sorgt, dass der Blutzuckerspiegel auf einem gleichbleibenden Niveau bleibt und der Darm seine Arbeit gut verrichten kann, unterstützt seinen Körper in allen wichtigen Stoffwechselvorgängen und somit auch bei der Produktion aller Neurotransmitter.

Akute Winterdepression

Meist beschäftigt man sich aber erst mit dem Thema, wenn die Winterdepression bereits vorhanden ist. Hier ist nun schnelle Abhilfe gefragt, damit der Betroffene nicht den ganzen Winter bis hin zum Frühjahr unter den Symptomen einer Depression leiden muss. Neben täglichen Spaziergängen im Freien, kann über die Ernährung und über die Einnahme von Vitalstoffen viel Besserung erreicht werden. Jedoch sollte eine Nahrungsergänzung stets unter ärztlicher bzw. alternativmedizinischer Betreuung erfolgen.

Mit einer gesunden Ernährungsweise, wie bereits unter dem Punkt „Vorbeugung“ beschrieben, kann zu jeder Zeit im Jahr begonnen werden. Häufig werden bei einer Winterdepression folgende Mängel festgestellt: Calcium, Magnesium, Zink, Selen, Chrom, Omega-3-Fettsäuren und allem voran Vitamin-D. Ein Nährstoffdefizit kann durch einen Bluttest beim Arzt erkannt und entsprechend behandelt werden. Es gibt Studien, die einen engen Zusammenhang zwischen diesen Nährstoffmängeln und einer Depression erkennen lassen. Allerdings sind noch keine wissenschaftlich untermauerten Beweise dafür vorhanden, dass eine hochdosierte Gabe dieser Vitalstoffe, zu einer Besserung einer Winterdepression führt. Bisher gibt es lediglich Beobachtungsstudien, die darauf schließen lassen, dass die Symptome abschwächen und es den Betroffenen deutlich besser geht. Vielleicht sollte hier der Grundsatz gelten: „Wer heilt, hat recht“?!

 

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