Weihnachten ist…

Als ich ganz klein war, haben mein Bruder und ich Briefe an das Christkind geschrieben. In dem Brief standen auch immer ein, zwei Geschenke über die wir uns besonders freuen würden. Die Briefe steckten wir in ein Kuvert und stellten sie ans Fensterbrett, wo sie das Christkind schließlich abholte.

In der Adventszeit setzten wir uns alle zusammen, zündeten Kerzen an, lasen Weihnachtsgedichte, sangen und aßen Kekse, die wir zuvor gemeinsam mit meiner Mama gebacken haben. Auch wenn ich mir sicher bin dass, trotz aller Mühen, mein Bruder und ich weniger gebacken sondern mehr eine riesige Schweinerei aus Mehl und Keks-Teig in der Küche angerichtet haben.

Am heiligen Abend holte uns meine Tante ab und ging mit uns ins Kino. Danach schlenderten wir gemütlich über den Christkindlmarkt. Als wir zu Hause ankamen, war der Eingang zum Wohnzimmer mit einem Tuch verdeckt. Wir durften nicht in die Nähe dieses Tuches, hörten unsere Eltern aber mit dem Christkind flüstern 😉 Wir waren immer so gespannt! In erster Linie ging es uns aber nicht um Geschenke, wie den meisten unserer Freunde, sondern um den Baum. Den wunderschön behangenen Christbaum mit Lichterkette und Lametta. Da leuchteten unsere Kinderaugen.

Alles was danach kam war nur noch Bonus. Nach der Bescherung gab es das köstlichste Essen. Fisch natur, Fisch paniert, Gemüse, Kartoffelsalat und andere Beilagen. Jeder durfte zu dem Fisch und den Beilagen greifen, die er am liebsten mochte. Am Abend kamen unsere Nachbarn zu Besuch und auch das war immer ein Spaß. Dazu gab es wieder Kekse und die köstlichste Schokotorte, die ihr euch vorstellen könnt.

Mein Papa musste heilig Abend fast immer arbeiten. Oft kam er erst kurz bevor mein Bruder und ich von meiner Tante zurück gebracht wurden, nach Hause. Als Kind war mir das natürlich nicht bewusst, aber könnt ihr euch vorstellen, was meine Mutter da alles geleistet hat. Sie hat die meisten Besorgungen alleine erledigt, hat das beste Festessen und eine noch bessere Torte gebacken und auch den Baum, der immer recht breit und groß war, fast alleine geschmückt. Das war eine Wahnsinns-Leistung, für die ihr eigentlich ein Orden verliehen werden sollte. Sie hat es geschafft, dass Weihnachtsfest so wunderschön, so voller Spaß und so harmonisch zu gestalten, dass sich mein Bruder und ich auch heute noch sehr auf Weihnachten freuen. Aber auch mein Papa hat einen wichtigen Job am heiligend Abend übernommen – er läutete die Glocke, die uns Kindern sagte, wir dürfen durch dieses Tuch ins geschmückte Wohnzimmer, wo der schönste Baum und wunderschöne, mit Liebe verpackte Geschenke auf uns warteten.

…und ich werde an Weihnachten nach Hause kommen. Wir alle tun das oder sollten es tun. Wir alle kommen heim oder sollten heimkommen. Für eine kurze Rast, je länger desto besser, um Ruhe aufzunehmen und zu geben.
Zitat von Charles Dickens (1812-70)

Weihnachten feiere ich immer mit meiner Familie. Egal ob ich gerade Single oder in einer Beziehung bin. Egal ob wir in unterschiedlichen Bundesländern leben – dieses Fest feiern wir gemeinsam. Wenn ich vor dem geschmückten Baum stehe bekomme ich immer noch dieses glänzen in den Augen und fühle mich, als wäre ich acht Jahre. Als gäbe es eine Welt ohne jegliche Gefahr und als hätte ich im Leben noch nicht einen Fehler gemacht.

Natürlich hat sich seit damals einiges geändert:

– Wir schreiben keine Briefe mehr an das Christkind 🙂
– Den Baum kaufe ich und schmücke ihn dann gemeinsam mit meiner Mama, dabei haben wir die Weihnachtsshows von Michael Bublé im Fernseher laufen.
– Die Männer decken den Tisch und wir Frauen kümmern uns um das Festessen.

Wir versuchen auch heute noch, uns für ein paar Adventsstunden zusammen zu setzen. Auch wenn diese immer seltener werden.

Weihnachten ist kein Zeitpunkt und keine Jahreszeit, sondern eine Gefühlslage. Frieden und Wohlwollen in seinem Herzen zu halten, freigiebig mit Barmherzigkeit zu sein, das heißt, den wahren Geist von Weihnachten in sich zu tragen.
Zitat von Calvin Coolidge (1872-1933)

Weihnachten ist...

Was für mich an Weihnachten besonders schön ist:

Den anderen beim Geschenke auspacken zu zusehen und an deren Gesichtern zu erkennen, dass dieses Geschenk ein absoluter Volltreffer ist.

Die friedvolle und entspannte Stimmung.

Das man zu Leuten Kontakt hat, von denen man das ganze Jahr über viel zu selten etwas hört.

Das erste Mal die Lichterkette, die am Christbaum hängt, anstecken und sehen wie der Weihnachtsschmuck erst durch die vielen Lichter so richtig funkelt.

Das alle (oder zumindest die Meisten) viel höflicher zueinander sind.

Das ich mich anderen zuliebe viel leichter von meinen Sachen trennen kann. Ich bringe mehrmals pro Jahr etwas zur Caritas, aber unterm Jahr ertappe ich mich bei den Gedanken „Das könnte ich doch noch brauchen“ oder „Vielleicht passe ich da wieder hinein“. Vor Weihnachten trenne ich mich aber auch davon, denn würde ich die Sachen brauchen, dann hätte ich sie ja in den letzten 365 Tagen irgendwann mal benutzt oder getragen.

Musik die man Stundenlang rauf und runter hören kann, weil man in den nächsten 10 bis 11 Monaten ohnehin nichts mehr davon zu hören bekommt.

Geschenke

Weihnachten ist ja eigentlich ein religiöses Fest, aber für mich geht es in erster Linie um die Stimmung. Das fängt schon im November an, wenn einem die ersten Weihnachtsdüfte, wie Zimt, Vanille und Kerzenduft um die Nase wehen.

In unserer Gesellschaft zählt an Weihnachten oftmals nur noch der Konsumzwang. Und man wünscht allen Bekannten auf einen Schlag per Facebook ein Frohes Fest.

Keine Frage, auch ich kaufe Geschenke und werde auf Facebook eine Nachricht an Alle hinterlassen, mit denen ich ohnehin nur selten Kontakt habe oder die ich von früher kenne. Meine engsten Freunde und meine Verwandten rufe ich aber an, sofern ich sie am 24. nicht persönlich treffen sollte. Und mir geht es nicht darum, haufenweise teures Zeug zu verschenken, sondern Geschenke zu machen, die von Herzen kommen. Lieber weniger Schenken und mit Liebe verpacken, als einfach irgendein teures Zeug zu kaufen und sich selber keine Mühe machen.

Wenn es Sternschnuppen regnet und Wünsche vom Himmel fallen, wenn kalte Nächte von warmen Lichtern erhellt werden, wenn Erwachsene sich wieder wie kleine Kinder fühlen und Hektik und Stress von Liebe und Vorfreude überdeckt werden, dann ist es höchste Zeit zu sagen: Frohe Weihnachten!
Zitat von Carina Jürgensmeyer

In diesem Sinne, wünsche ich euch ein wunderschönes Weihnachtsfest, in angenehmer Atmosphäre, mit köstlichem Essen und all euren Lieben.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich für die kommenden zwei, drei Tage und melde mich dann mit ein paar Jahresrückblicken und Vorschauen für 2016 zurück.

Alles Liebe!

 

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