Viel Lärm um Nichts – Der Hype um die Influencer Kampagne von Coral

Viel Lärm um Nichts – bei diesem Titel kann es sich derzeit nur um eines handeln, um die Influencer Kampagne von Coral. Die Kampagne ist in aller Munde und so gut wie jede Zeitschrift berichtet mittlerweile darüber. Ganz besonders wird sich darüber lustig gemacht, dass so mancher Influencer mit der Coral Flasche im Bett liegt, Fahrrad fährt oder spazieren geht.

Besonders im Fokus stehen dabei die Produktinszenierungen von Grace Capristo und Clea Lacy. Die anfängliche Kritik an dieser Kampagne kann ich in gewissem Maße verstehen. Allerdings wurde aus der Kritik ein regelrechter Shitstorm und den finde ich doch etwas übertrieben.

Zugegeben, über einige Bilder aus dieser Influencer Kampagne von Coral, kann man nur lachen. Da wurde die Flasche Waschmittel so derart unrealistisch in Szene gesetzt, aber andererseits ist doch gerade das, dass schöne in dieser Branche – die Influencer dürfen/sollen/können meist selbst kreativ werden und das Produkt so inszenieren, wie sie es für schön empfinden. Was mit der relativ harmlosen Kritik „unrealistisch“ und „lächerlich“ begonnen hat ist meiner Meinung nach aber völlig aus dem Ruder gelaufen. Jetzt müssen sich schon diejenigen, die eines dieser Werbe-Postings geliked haben, rechtfertigen. Vor allem betrifft das die Grace Capristo Fans. Da sitzt eine hübsche Frau, mit beneidenswerten Haaren auf einem schicken Fahrrad und trägt dabei ein sehr cooles Outfit. Wer glaubt, dass dieses Bild wegen der Coral Werbung geliked wurde??? Der Hälfte der Follower wird die Coral Flasche nicht einmal aufgefallen sein.

Noch dazu wird mittlerweile scharf kritisiert, dass Leute Werbung für Waschmittel machen. Das finde ich lächerlich, denn Waschmittel benutzen wir doch alle, oder?!

Es ist auch die Rede davon, dass diese Influencer ihre Fans und Follower für dumm verkaufen oder gar melken wollen wie eine Kuh. Das will ich allerdings so nicht glauben. Wie gesagt, wir alle benutzen Waschmittel. Wenn jetzt eine Firma auf euch zukommen würde und sagt, dass ihr einen Waschmittel-Vorrat gratis bekommt und für eine Inszenierung des Produktes auch noch Geld erhaltet, würdet ihr nein sagen?

Außerdem bezweifle ich, dass Fans und Follower dieser sogenannten Influencer und TV Sternchen gleich loslaufen und ein Coral kaufen. Ich sehe keine Werbung so oft, wie die Oreo Werbung und wisst ihr was? Ich kaufe keine Oreo! Bei der Hälfte der Fernsehwerbungen kenne ich die Werbetexte zwar auswendig und habe die Bilder vor mir, aber kann mich nicht an das Produkt erinnern. Ich denke so geht es doch den Meisten.
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Werbung authentisch oder unrealistisch

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Es geht doch nicht darum, dass jemand mit dem Waschmittel spazieren geht. Wenn ich mein Waschmittel kaufe, es ist nicht Coral, dann trage ich es ja schließlich auch nach Hause. Ohne Sackerl, ohne Tasche, ohne Korb oder irgendetwas. Aber ich würde dann eben nicht vor einer Hausmauer posieren. Da fängt es für mich an unrealistisch zu werden. Aber ganz ehrlich, wann war Werbung schon einmal realistisch? Wenn ich nur an die Lätta Werbung zurückdenke, mit der nackten Frau, die im Bergsee schwimmen geht. Oder, ganz schrecklich, die Oreo Werbungen. Ja sogar meine Lieblingswerbung ist absolut unrealistisch – die Mars Werbung, mit dem Typ der an der am Klostertor klopft, ein Mars isst und sich dann doch gegen das Kloster entscheidet.

Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass gerade die Authentizität in dieser Branche wichtig ist.

Was mich persönlich aber viel mehr gestört hat, ist die mangelnde Kennzeichnung. Nur wenige haben ihre Coral Werbung auch als solche gekennzeichnet.

Allerdings finde ich schon, dass die meisten Blogger, Promis, Influencer die Werbung gut gemacht haben. Das Productplacement von Jörg Schlönvoigt, Miyabi Kawai und Sebastian Pannek fand ich aber eigentlich sehr gut umgesetzt. Am Besten hat mir die Werbung von Fiona Erdmann gefallen, denn die ist ja tatsächlich so eine extrem sportliche Type, der kaufe ich das ab.

Der Fehler lag schon bei Coral, weil die Werbung einfach viel zu extrem bzw. ZU häufig ist. Was so präsent ist, geht den Leuten auch schnell mal auf die Nerven. Nichtsdestotrotz wird die Unilever Group, die sich für die Coral Influencer Kampagne verantwortlich zeigt, ins Fäustchen lachen. Die haben dank dieses Shitstorms anstelle einer Influencer Kampagne die Werbung des Jahres.

Mittlerweile gibt es nämlich jede Menge Werbung für Coral für die sie nicht bezahlen müssen. Auch wenn ich den Hype darum total übertrieben finde, muss ich ehrlich zugeben, dass mich das Productplacement von einigen, die sich über die Kampagne lustig machen, schon auch amüsiert. Vor allem der Insta Post von @manlymenfoodblog hat mich zum Lachen gebracht, dass nenne ich perfekte Werbung!

Mir hat aber auch die Reaktion von Jörn Schlönvoigt gefallen. Er hat sich nicht nur wegen der Werbung, sondern auch wegen seiner Füße kritisieren lassen müssen. Seine Antwort darauf? Eine weitere Werbeanzeige. Diesmal nicht mit der Coral Flasche auf der Waschmaschine, sondern im Bett umarmt und mit den Worten „Ich steh zu dir, in guten wie in schlechten Zeiten“ untertitelt.

Natürlich sollte Werbung so authentisch wie möglich gemacht sein und man sollte hinter den Produkten stehen, aber die Leute erkennen doch auch, was authentisch ist und was nicht, deshalb verstehe ich die Aufregung nur in gewissem Maße.

Ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass schlechte Werbung diverser Influencer, kein schlechtes Bild auf alle Blogger, TV-Sternchen usw. wirft.

Auf Instagram könnt ihr unter den Hashtags #coralcare und #coralliebtdeinekleidung die Werbe Postings sehen.

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Findet ihr den Shitstorm übertrieben oder glaubt ihr, dass die ganze Branche unter solch unrealistischen Werbe Postings leiden muss und der Ruf von Influencern dadurch zunichte gemacht wird? Bin gespannt auf eure Meinung!

6 Comments

  • Kato sagt:

    Ich finds witzig, dass die Punkte, mit denen du die Kampagne verteidigst, genau die Punkte sind, die ich daran so grottenschlecht finde.

    „Wer glaubt, dass dieses Bild wegen der Coral Werbung geliked wurde??? Der Hälfte der Follower wird die Coral Flasche nicht einmal aufgefallen sein.“
    -> Dann war die Werbung auch schlecht bzw. hat ihr Ziel nicht erreicht. Ist es für die Unternehmen zielführend, wenn die „kreativen“ Influencer ihre Kampagnen so gestalten, dass das Produkt nicht bemerkt wird?

    „Noch dazu wird mittlerweile scharf kritisiert, dass Leute Werbung für Waschmittel machen. Das finde ich lächerlich, denn Waschmittel benutzen wir doch alle, oder?!“
    -> genau WEIL Waschmittel so ein unglamourös Alltagsprodukt ist, ist es eben so lächerlich, dass Influencer dafür werben, die normalerweise Produkte wie Make-Up, Kleidung, Schmuck oder Reisen zeigen* (*egal ob selbst gekauft oder gesponsert).
    Eine Kampagne mit ElternbloggerInnen hätte Sinn gemacht, aber wie soll eine Waschmittelkampagne mit Z-Promis aus Reality TV Shows authentisch sein?!

    „Wenn jetzt eine Firma auf euch zukommen würde und sagt, dass ihr einen Waschmittel-Vorrat gratis bekommt und für eine Inszenierung des Produktes auch noch Geld erhaltet, würdet ihr nein sagen?“
    Zunächst sollte man sich fragen: Passt das Produkt zu mir, meiner Marke und meiner Zielgruppe? Würde ich dieses Produkt auch ohne Werbedeal nutzen und zeigen? Wenn ja, kann man zusagen. Wenn nein, sollte man das nicht.
    Leider nehmen viele BloggerInnen jeden Auftrag an, der nicht gerade TOTAL unpassend ist. (vgl. http://innocentglow.de/schlaftipps-matratzenwerbung-auf-blogs/)

    „Außerdem bezweifle ich, dass Fans und Follower dieser sogenannten Influencer und TV Sternchen gleich loslaufen und ein Coral kaufen.“
    -> Wenn Werbung keinen Effekt hätte, gäbe es diese milliardenschwere Branche nicht. Es geht weniger darum, dass die Kids direkt loslaufen, sondern dass die Influencerkampagnen langfristig zum Branding beitragen sollen.

    „Bei der Hälfte der Fernsehwerbungen kenne ich die Werbetexte zwar auswendig (…)“
    Bitte nicht Äpfel (Fernsehwerbung) und Birnen (Influencerwerbung) vergleichen, siehe auch der nächste Punkt:

    „Ja sogar meine Lieblingswerbung ist absolut unrealistisch – die Mars Werbung, mit dem Typ der an der am Klostertor klopft, ein Mars isst und sich dann doch gegen das Kloster entscheidet.“
    Das ist ja auch eine komplett durchinszenierte Werbegeschichte mit einem außergewöhnlichen Storytelling (Klosteranwärter entscheidet sich dank Mars gegen das langweilige Klosterleben). Das kann man nun wirklich nicht mit Influencer-Kampagnen vergleichen, bei denen es darum geht, dass die nahbare virtuelle Freundin etwas empfiehlt. Äpfel und Birnen.

    „Der Fehler lag schon bei Coral, weil die Werbung einfach viel zu extrem bzw. ZU häufig ist.“
    Coral hat die falschen Influencer ausgewählt und womöglich zu viel Raum für „Kreativität“ gelassen.

    • Tina sagt:

      Hallo! Also ich verteidige die Kampagne ja nicht und sage doch, dass Coral Fehler gemacht hat und auch viele der Bilder schlecht bzw. lächerlich sind. Ich finde nur, es ist übertrieben, dass sich die Leute rechtertigen müssen, die die Bilder geliked haben und auch regelrecht angepöbelt werden deshalb. Du hast natürlich recht damit, dass schlecht umgesetztes Productplacement nicht zielführend ist. Das steht außer Frage! Aber ich finde eben nicht, dass es alle so schlecht gemacht haben.

      „Zunächst sollte man sich fragen: Passt das Produkt zu mir, meiner Marke und meiner Zielgruppe? Würde ich dieses Produkt auch ohne Werbedeal nutzen und zeigen?“ deshalb auch meine Worte: NATÜRLICH SOLLTE WERBUNG SO AUTHENTISCH WIE MÖGLICH SEIN UND MAN SOLLTE HINTER DEN PRODUKTEN STEHEN.

      Ich gebe dir recht damit, dass Werbung auch den Effekt haben soll, dass man das Produkt kauft. Aber du würdest doch selbst auch keine Produkte kaufen, wo du die Werbung unrealistisch findest, oder? Und dass die eben nicht authentisch ist, merkt man doch bei manchen Bildern gleich, oder man bemerkt das Produkt gar nicht, was aber, wie schon erwähnt gar keinen Effekt hat. Natürlich ist das nicht zielführend!

      Wir sind also beide der Meinung, dass Coral so einige Fehler gemacht hat bei dieser Kampagne und wir beide finden viele dieser Insta Postings unrealistisch. Mir ging es lediglich darum, dass ich diesen Wirbel darum nicht verstehe, weil man damit ja nur noch mehr Werbung für Coral macht. Und ich sehe nicht ein, warum sich Leute die auf Instagram einfach nur Bilder liken (nein, ich war keine davon), beschimpfen lassen müssen.

      Deshalb schreibe ich ja auch, dass ich die anfängliche Kritik durchaus verstehe, aber dieser Shitstorm doch etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Findest du nicht?

      Es gibt noch so unglaublich viele Firmen, die in puncto Influencer Werbung etwas lernen müssen und noch mehr Influencer die sich mit dem Thema genauer befassen müssen (allen voran mit der Werbekennzeichnung).

      Danke für dein Feedback und den Link zu deinem Beitrag!

      LG, Tina

  • Anna sagt:

    Von der Werbung habe ich ehrlich gesagt heute Mittag das erste Mal Wind bekommen – keine Ahnung, wie das an mir vorbeigehen konnte 😀 Ich werde mich gleich erstmal durch die Werbebilder stöbern 😉

    Liebe Grüße,
    Anna
    von https://whenanna.com/

  • Yvonne sagt:

    Ich habe von dem ganzen Drama bis jetzt gar nichts mitbekommen und werde mir gleich erstmal ein paar Posts dazu anschauen, aber heutzutage wird ja für alles Werbung gemacht. Selbst wenn es thematisch nicht passt.

  • Michelle sagt:

    Wow, da ist mal wieder etwas ganz schön an mir vorbei gegangen. Ich mache mir aber über solche Dinge auch keinen Kopf. Aber ich finde es schon heftig, dass wegen solchen banalen Dingen ein Shitstrom entsteht.
    Man sollte sich vielleicht über wichtigere Dinge einen Kopf machen. Ich finde es aber gut, dass du darüber redest. Mit dem Kennzeichnen hast du übrigens recht, die meisten machen das nicht. Finde ich auch nicht gut.
    Liebe Grüße Michelle von beautifulfairy

  • Vanessa sagt:

    Ich hab davon nichts mit bekommen, aber das Bild mit der Pizza ist der Hammer.
    Ich mag ja auch keine Werbung die nicht gekennzeichnet ist. Der rest ist doch eh immer völlig unreal. Und die Mars Werbung ist leider geil, auch wenn ich Mars nicht esse xD

    xoxo Vanessa

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