Vanessa von Pure Glam im Interview

Das vorerst letzte Interview aus dieser Reihe ist mit Vanessa von Pure Glam. Sie betreibt drei erfolgreiche Blogs und veröffentlicht regelmäßig ihr eigenes Lifestyle Magazin.

Vanessa Pur von Pure Glam

Ihre Beiträge zeichnen sich durch hochwertige Fotos und Texte aus. Wer in der Bloggerszene unterwegs ist, muss Vanessa’s Blogs einfach kennen. Ich lasse mich ganz gerne von den Pure Glam Beiträgen inspirieren. Falls ihr die Seiten doch noch nicht kennt, solltet ihr auf jeden Fall vorbeischauen 😉

Meine 10 Fragen an Vanessa:

Wann hast du mit dem Bloggen begonnen und welchen Anstoß gab es dazu?

Mit dem Bloggen habe ich Ende 2010 angefangen und ursprünglich war der Blog nur für Freunde und die Familie gedacht. Ich bin schon vor dem Start des Blogs viel unterwegs gewesen und gerne gereist und habe daher sehr viele Freunde, die in Hotels arbeiten. Um die Zeit, wenn man sich dann 2-3x pro Jahr sieht, nicht mit Fotos zu verschwenden habe ich die Fotos anfangs online gestellt und etwas über die Erlebnisse geschrieben. Daraus wurde dann auf Dauer immer mehr, es kam der Fashionbereich dazu und später auch noch weitere Lifestyle-Themen, besondere Events und seit 2015 auch der eigene Bereich für Männer.

Auf deinen Seiten berichtest du über das Reisen, über Fashion und schreibst auch gerne über Events. Hattest du diese Vielfalt von Beginn an geplant, oder hat sich das mehr so ergeben?

(siehe oben) nein es war überhaupt nicht geplant, doch es war einfach mein Leben. Am Anfang vom Blog ist man natürlich nicht auf jedem Event eingeladen, aber ich fand es einfach wichtig, meine Follower auch an diesen Ereignissen und den Entwicklungen auf dem Blog teilhaben zu lassen. So habe ich die Follower einfach von Anfang an mitgenommen und teilweise sofort nachts von den Events berichtet… (in der heutigen Zeit natürlich auch via Snapchat oder Periscope). Nur Hotels oder Reisen ist auch nicht mein Leben, sondern ich gehe gerne einkaufen, probiere immer wieder neue Dinge und Themen aus, so kam auch zuletzt der Bereich mit Blogger-Workshops und Vorträgen für Unternehmen dazu.

Vanessa, du bloggst nun bereits seit einiger Zeit. Wie würdest du die Entwicklung deines Blogs beschreiben und wie siehst du die allgemeine Entwicklung der Bloggerszene?

Am Anfang war der Blog eher das typische Tagebuch, es wurde darüber geschrieben, wo ich war und was ich erlebt habe. Es konnte mal Wellness sein, es konnte mal eine tolle Suite oder ein besonderes Abendessen sein. Heute ist es viel strukturierter und wirklich eher ein Magazin geworden. PureGLAM.tv behandelt viele Themen und spricht damit auch viele verschiedene Menschen an.

Die Entwicklung der Bloggerszene hatte ich in den letzten Wochen bereits ein wenig kritisch kommentiert. Ich finde es einfach sehr schade, wenn man sieht, wie Blogger miteinander umgehen, wie wenig zusammengearbeitet wird und wie wenig man sich für andere Blogger freut. Ich habe häufig in Asien bei meinen Reisen mit lokalen Bloggern zusammengesessen und es viel mehr ein „gemeinsames“ Bloggen. Dort wird sich regelmäßig ausgetauscht, unabhängig von Blog-Thema, Reichweite, etc. – man sitzt gemeinsam beisammen und „jeder-fragt-jeden“… Es war wohl auch einer der Gründe, warum ich der Meinung war, man müsste etwas auch in Deutschland machen und gebe daher meine Erfahrungen nun schon im 4. Blogger-Workshop im September weiter.

Welches war das schönste Erlebnis, dass du durch deinen Blog hattest?

Eine sehr gute, wenn auch schwierige Frage. Es ist ganz unterschiedlich und jedes Erlebnis auf die eigene Art besonders gewesen. Es sind wirklich Momente wie die ersten „Fans“ die einen auf einmal in München oder Berlin erkennen und fragen, ob man ein gemeinsames Foto machen kann, Menschen die wirklich jeden Blogpost sofort kennen und auch manchmal Momente, wenn ich für eine Hotelkooperation anreise und man den Mitarbeitern ansehen kann „Das ist Sie…“. Ein weiterer Moment sind natürlich tolle Fashionevents, Sportevents (wie z.B. Olympische Spiele in London), besondere Konzerte zu denen man sonst keine Karte bekommt, etc. – Oft sind es einfach die Überraschungen, die durch den Blog entstanden sind und da geht es nicht um Wert oder Entfernung, sondern einfach die „Überraschung“ in dem Moment.

Du führst mit http://www.pureglam.tv, http://www.puretravel.tv, http://www.purefashion.tv/ drei Blogs, betreibst einen YouTube Channel und hast ein Pure Glam Lifestyle Magazin als E-Book. Wieviel Zeit investierst du täglich in deine Blog-Arbeit?

Bei mir kommen natürlich noch Workshops und Vorträge (mit Anreisen), etc. hinzu, ab und zu schreibe ich noch für den Onlinebereich der Welt.de-Gruppe (dt. Tageszeitung). Meine Arbeitszeiten liegen im Schnitt bei 12-14 Stunden täglich. Mal ist es nur für die Blogs, aber es gibt auch Tage wo ich nur 1-2 Stunden am Blog arbeite, aber es macht auch Spass und ich glaube, sonst wäre ich mit den Blogs, YouTube, Magazin und Vorträgen auch nicht dort, wo ich heute bin. Manche Blogposts lassen sich auch sehr gut schreiben, bei einigen Berichten sind dann aber auch schnell einmal 6-8 Stunden an einem einzelnen Blogpost eingeplant.

Pure Glam Vanessa

Was man auf Pure Glam noch zu sehen bekommt, sind wertvolle Tipps für Blogger. Welche drei Tipps würdest du einem Blogger geben, der noch ganz am Anfang steht?

Darf ich wirklich nur drei Tipps nennen? 🙂

1.) Ich glaube, wenn man mit einem Blog beginnen möchte, sollte man vor allem Ausdauer und ein „dickes Fell“ mitbringen, denn in den wenigsten Fällen startet ein neuer Blog sofort durch und man kann sich vor Anfragen kaum noch retten. Auch wenn man Anfang wenige Leser vorhanden sind, sollte man sich nicht entmutigen lassen und sich über jeden kleinen Erfolg freuen. Ein neuer Follower, eine Woche die besser war, als die Vorwoche, etc.

2.) Versucht nicht einen erfolgreichen Blog zu kopieren, sondern findet euren eigenen Bereich, verstellt Euch nicht um Erfolg zu haben und lasst Euch von Rückschlägen nicht entmutigen. Jeder erfolgreiche Blogger hat auch mal negative Tage gehabt. Nutzt es als Chance und kommt noch stärker zurück.

3.) Investiert in den ersten Wochen nicht zu viel Arbeit an Layout und Gestaltung. Probiert es erst einmal aus, ob Ihr dauerhaft Lust am „Bloggen“ habt und auch die Zeit dafür investieren möchtet. Wenn Ihr dann 20-30 Blogposts geschrieben habt, immer noch totalen Spass daran habt, könnt Ihr noch immer versuchen, das passende Layout für Euch zu finden. Bei mir wechselte der Style der Blogs auch seit 2010 immer mal wieder, bis ich jetzt mein Design gefunden habe und es bis auf kleine Anpassungen seit Anfang 2014 so geblieben ist.

Man findet auf deinen Seiten auch sehr viele Kooperationen. Was sollte man bei Kooperationen beachten? Viele haben Angst, sie könnten aufdringlich wirken, wenn sie die Firmen direkt anschreiben. Wozu würdest du raten? Anschreiben, oder Däumchen drehen und warten?

Wenn man der Überzeugung ist, dass der eigene Blog zum Produkt passt und die Followerzahlen, aber vor allem auch die Reichweite entsprechend ist, spricht nichts dagegen, die Agentur zu kontaktieren, aber man hat immer nur eine Chance für einen ersten Eindruck. Es ist auch immer ein wenig abhängig von der Ausrichtung des Blogs. Bei vielen meiner dauerhaften Partner hat man viele Blogger im Blick, spricht bei Interesse dann die Blogger aber auch selber an. Wichtig ist natürlich auch, ein entsprechendes Mediakit vorweisen zu können, bei dem nicht auf einer Text-Seite alle Zahlen notiert sind. Ein Mediakit ist auch eine „Bewerbungsmappe“ für eine Kooperation und das sollte immer aktuell sein und entsprechende Beispiele haben. Ich möchte in dem Moment „als Kunde“ auch wissen, was würde mich erwarten, wenn ich mit der Bloggerin zusammenarbeite. Ich arbeite in den letzten 18 Monaten für einige Unternehmen im Mode-, Technik- wie auch Reisebereich als Beraterin im Bereich „Blogger-Relations“ und da gehört der Blick in das Mediakit zur absoluten Pflichtaufgabe, bevor ich mich weiter mit dem Blog beschäftige.

Es gibt in der Bloggerszene ein sehr umstrittenes Thema: Dofollow und Nofollow! Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

Mein Lieblingsthema 🙂 es gibt eine ganz klare Regelung in den Google-Richtlinien und daher werden alle „Werbelinks“ auch mit No-Follow gekennzeichnet. Ich verstehe es bis heute nicht, warum einige, auch sehr große, deutschsprachige, Blogger bis heute sich einfach nicht an die Regeln halten und die Beiträge weder als „Sponsored“ oder „in Kooperation mit“ kennzeichnen und vor allem die Links auch nicht mit „No-Follow“ versehen. Es ist einfach ein Unterschied, ob ich ein Produkt auf Grund einer Kooperation vorstelle oder es wirklich gefunden und ehrlich empfehlen möchte. Das Vertrauen aller Blogleser sinkt durch diese versteckte Werbung einfach. Ich glaube aber, dass sich auch durch Berichte wie Frontal21 sowohl bei Bloggern, wie auch bei YouTubern einiges in den nächsten Wochen und Monaten ändern wird. Google ändert das Ranking bereits und hat einige Seiten entsprechend abgestraft. Daher ganz klar – Kennzeichnung und „No-Follow“.

Wenn du dich für nur drei Apps, Plugins, Widgets usw. entscheiden müsstest, welche möchtest du nicht mehr missen?

Die besten Plugins und Widgets für einen Blog zu nennen ist relativ schwer, da vieles immer vom Layout, der Gestaltung und auch Nutzung des Blogs abhängig ist, aber generell gehört immer ein gutes SEO-Tool dazu, wie auch z.B. Jetpack, womit Anfänger bereits viele Dinge richtig machen können. In Bezug auf APPs gehört für mich Instagram, Snapchat und Facebook einfach zum Tagesprogramm dazu. Hinzu kommen dann verschiedene APPs zur Bildbearbeitung, die ich aber auch einmal ausführlich auf meinem Blog vorgestellt habe.

Ich hätte noch eine letzte Frage zum Equipment. Welche Kamera benutzt du und wer macht eigentlich deine Fashion Bilder?

Ich arbeite immer mit einem festen Team für meine Fotos zusammen und das macht die Fotostrecken auch für mich natürlich einfacher. Meine Fotos werden primär mit einer Canon EOS 5D Mark III fotografiert und entsprechenden Original-Canon-Objektiven. Für die schnellen Schnappschüsse zwischendurch oder wenn ich alleine unterwegs bin, nutze ich ab und zu auch eine Canon 6D. Für meine Videos nutze ich primär das gleiche Equipment, wie auch eine kleine Canon Legria Mini Kamera, die bei YouTubern sehr beliebt und vor allem handlich ist.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Vanessa dafür bedanken, dass sie sich die Zeit für dieses Interview genommen hat.

In dieser Interviewreihe gab es Interviews mit Verena Raffl von Who is Mocca?, Daniela Ramirez von Nany’s Klozet, Carmen Helmreich von ChamyJulia von Chic Choolee und Luise von KleinstadtCarrie . Die zweite Interviewreihe startet demnächst 🙂

 

Kennt ihr eine von Vanessa’s Seiten?

 

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