Selbstversuch „7 Tage vegan“ – Mein Fazit inklusive Food Diary

Erinnert ihr euch noch an meinen Beitrag von letzten Sonntag? An diesem Tag startete mein Selbstversuch „7 Tage vegan“. Heute will ich euch ein Feedback geben, etwas über meine vegane Woche erzählen und euch meinen Speiseplan zeigen.

Eine Leserin hat mir geschrieben, dass ihre Freunde ebenfalls solch einen Selbstversuch gewagt haben, allerdings für 30 Tage. Ich habe mich aber bewusst nur für 7 Tage entschieden, da ich wissen wollte, ob vegane Ernährung für Histaminintolerante überhaupt machbar ist. Schließlich fallen durch diverse Unverträglichkeiten etliche Eiweißquellen weg.

An Histaminintoleranz leidende Menschen vertragen zB. kein Soja oder folgende Lebensmittel:

Nüsse, Tomaten, Spinat, Avocados, Kichererbsen, Sauerkraut, Bananen, Zitrusfrüchte, Kiwis, Erdbeeren, Himbeeren, keine Hülsenfrüchte und oftmals auch kein Weizen oder Dinkel. Es ist natürlich immer abhängig vom Schweregrad der Histaminintoleranz.

Ihr seht also, wenn nun auch noch Eier und Fleisch vom Speiseplan gestrichen werden, bleibt kaum etwas übrig, dass als Eiweißquelle dient. Ein Eiweißshake könnte eventuell eine Lösung sein, allerdings nur vorübergehend. Angeblich ist das darin enthaltene L-Histidin ebenfalls nicht ideal. Ich bin allerdings kein Arzt und entnehme diese Information lediglich einigen Internetseiten, die sich eingängiger mit dem Thema Histaminintoleranz beschäftigen.

vegane Woche

Sieben Tage vegan:

Die Idee für den Selbstversuch kam mir Samstag Abend. Sonntag sollte also der erste Tag sein, was bereits ein Fehler war. Wenn ihr wirklich eure Ernährung umstellen wollt, dann solltet ihr euch vorher informieren. Im Internet über Lebensmittel und vegane Ernährung recherchieren. Da findet ihr unter anderem auch wichtige Informationen, warum ihr Soja meiden solltet.

Ohne das nötige Wissen, keinen vegan gefüllten Kühlschrank und dann auch noch an einem Tag zu starten, an dem keine Lebensmittelgeschäfte geöffnet haben, war schlichtweg unüberlegt.

Durchgehalten habe ich trotzdem und zwar die gesamten sieben Tage.

In dieser Woche habe ich so viel über Ernährung, einzelne Lebensmittel und Diäten gelesen, wie noch nie zuvor. Darum bin ich am Ende dieser Woche auch ein kleines bisschen weiser 😉

Gleich als mir die Idee zu diesem Selbstversuch kam, war mir klar – Frühstücksei und Kakao sind in den nächsten sieben Tagen tabu. Aber schon am 1. Tag ist mir aufgefallen, wo überall tierische Produkte enthalten sind und wie schnell ich zu irgendwelchen Milchprodukten greife. Insbesondere Mozarella und Topfen/Quark.

Aus den letzten sieben Tagen konnte ich so einiges mitnehmen. Etwa, dass ich Kuhmilchprodukte gar nicht so gut vertrage, wie ich dachte und dass man sie getrost weglassen kann. Bei Palatschinken kann man statt Milch auch einfach Mineralwasser nehmen, dass macht den Teig flaumig. Außerdem habe ich mich ziemlich schnell daran gewöhnt, anstelle meines Kakaos einfach einen Apfel-Ingwer-Tee zu trinken.

Wußtet ihr, dass es Dinkelmilch gibt? Ich kenne Soja-, Reis-, Kokos- und Mandelmilch. Reismilch ist aber das einzige, dass ich vertrage, aber die finde ich nicht gut. Ach was sag ich, die schmeckt scheußlich.

Anmerkung: Gestern erhielt ich den Tipp, Mandelmilch selbst herzustellen. Angeblich soll das auch bei Histaminintoleranz verträglicher sein. Ich werde das demnächst ausprobieren und euch auf dem Laufenden halten!

Sojamilch traue ich mich erst gar nicht zu probieren, da Soja zu den 5 absoluten No Gos bei Histaminintoleranz zählt.
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FOOD DIARY:


Tag 1:

F: Porridge (Haferflocken, Kokosraspeln, Sonnenblumenkerne, Rosinen, Zimt) und Obst
M: Rote Rüben Suppe ohne Backerbsen, ohne Frittaten, ohne Obers oder Rahm, dafür viel dickflüssiger als sonst
A: Zucchini mit Zwiebel und Majoran in etwas Rapsöl gebraten

Tag 2:

F: Palatschinke (Mehl mit Mineralwasser verrühren, eine Prise Zucker, eine kleine Prise Salz, etwas Zimt und dann in erhitztem Öl anbraten oder im Ofen backen) und obendrauf Früchte.
M: Reis mit Brokkoli, Mais und Karotten
A: Kürbiscremesuppe

Tag 3:

F:
grüner Smoothie (Blattsalat, Petersilie, Kürbiskerne)
M: Hafer-Karottenlaibchen m. Gebratenen Zwiebeln (Vorsicht – ohne Ei, ist die Konsistenz nicht wie gewohnt)
A: Reis mit Rosinen, Zimt und Apfelspalten

Tag 4:

F: Smoothie orange (2 Karotten, ein kleines Stück Honigmelone und ½ Nektarine)
M: Porridge (siehe Tag 1)
A: Kartoffel-Rote Rüben-Puffer auf Blattsalat

Tag 5:

F: Palatschinke/Omelette (Frühstücksrezept siehe Tag 2. Statt Zimt, kommt aber eine klein geschnittene oder grob pürrierte Zucchini und etwas Kräuter in den Teig)
M: Kürbiscremesuppe
A: Reis mit Gemüse (Brokkoli, Karfiol, Paprika)

Tag 6:

F: grüner Smoothie
M: Haferflocken-Kürbis-Mischung mit Majoran in Rapsöl gebraten, dazu gebratene Zwiebeln, Kürbiskernöl und Blattsalat
A: weil das Mittagessen so verdammt lecker war, habe ich mir das auf zweimal aufgeteilt und Abends die andere Portion gegessen

Tag 7:

F: Porridge
M: Gemüse-Kartoffel-Pfanne
A: Rote Rübensuppe mit veganen Backerbsen
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Auf Milchprodukte werde ich weiterhin größtenteils verzichten. Fisch, Fleisch und vor allem Eier dürfen auf meinem Speiseplan aber nicht fehlen. Mein Fleisch- bzw. Fischkonsum beschränkt sich ohnehin auf nur 1x bis max. 2x pro Woche.

Im Grunde habe ich mich schon lange nicht mehr so gesund ernährt. Auch die Süßigkeiten habe ich so gut wie weggelassen, da auch die selten vegan sind. Nur ein Packerl Mannerschnitten (ja, die sind vegan) habe ich mir einmal gegönnt.

Allerdings fühle ich mich seit Donnerstag sehr schlapp und ausgelaugt, was mit Sicherheit an der geringen Eiweißzufuhr, oder der geringen Kalorienzufuhr liegt.

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MEIN FAZIT:

Histaminintoleranz und vegane Ernährung sind nur dann vereinbar, wenn ihr einige pflanzliche Eiweißquellen vertragt. Haferflocken und Reis finde ich als Eiweißquelle etwas wenig. Daher empfehle ich, vorab einige Informationen einzuholen. Ab und an esse ich auch etwas, dass histaminhaltig ist. Dafür habe ich Daosin und ein Antihistaminikum.

Vom Preis her macht es keinen Unterschied, wenn man auf spezielle Produkte aus dem Reformhaus verzichtet. Die können nämlich auch mal recht teuer sein. Da ich viel Gemüse im eigenen Garten gepflanzt habe, waren die Einkäufe in dieser Woche aber doch ein klein wenig günstiger für mich.

Habt ihr vielleicht noch Tipps für vegane Ernährung oder Fragen, dann hinterlasst mir doch ein Kommentar. Bin gespannt auf euer Feedback!

Falls ihr mein Rezept für den Kürbis-Karotten-Kuchen noch nicht kennt, solltet ihr euch das unbedingt anschauen. Es gibt sowohl eine klassische, als auch eine vegane Variante 😉

14 Comments

  • Hmmm, das hört sich lecker und sinnvoll zusammengestellt an. Ich befürchte allerdings, ich wäre nicht an allen Tagen satt geworden. Liebe Grüße Caren

  • Conny sagt:

    So und jetzt hier zum „Abschluss“: ohje hört sich das sehr extravagant an. Wenn ich mir das alles so anschaue, weiß ich warum ich kein veganer bin. Zwar habe ich keine Histaminintoleranz, jedoch esse ich selber die hälfte des essens nicht. Wie fandest du so dein essen? War es dir abwechslungsreich genug, das würde mich mal interessieren. Außerdem ist vegan kochen auch was für die „schnelle“ küche?
    Sry das ich dich so mit fragen zu spamme 😀
    Liebste Grüße

    • Tina sagt:

      Das passt schon, bin ja froh, wenn jemand Fragen stellt 😉

      Für diese Woche fand ich das Essen abwechslungsreich genug, aber auf Dauer hätte ich mich doch mehr von diversen Foodplattformen inspirieren lassen müssen.

      Schnell war eigentlich alles fertig. Am längsten dauerte, glaube ich, noch der Reis 😀

      Wenn du noch Fragen hast – immer her damit 😉

  • Tamara sagt:

    Ich finde es toll, dass du die vegane Ernährung ausprobiert hast. Als ich vor zwei Jahren einen Allergietest gemacht habe, wurde mir gesagt, dass ich gegen Weizen, Schwein und Huhn allergisch bin. Die Frau meinte auch, dass ich höchstwahrscheinlich histaminintolerant sei, und alle histaminreichen Produkte mal weglassen soll, und später, nach einigen Wochen langsam wieder zu mir nehmen kann. Sie meinte, dass man eine Resistenz dagegen entwickeln kann, keine Ahnung ob das bei dir klappt:) Ich war aber auch nicht histaminintolerant, meine Ausschläge kamen vom Weizen haha.
    Ich esse kein Fleisch, aber ab und an noch Fisch, welcher mich aber auch langsam anekelt, der diente mir ab und an als Eiweißzufuhr. Jetzt greife ich extrem oft zu Proteinshakes und -riegel, aber Milch vertrage ich nicht so gut. Soja vertrage ich ebenso nicht, und alles, was fleischlos ist ist aber mit Weizeneiweiß oder Soja. Hülsenfrüchte vertrage ich ebenso nicht so gut, ich esse sie trotzdem, aber eben ganz selten. Schön, dass du trotzdem so einen Selbsttest gemacht hast! Die Mahlzeiten klingen wirklich so als hätten sie sehr sehr sehr wenige Kalorien. Ich würde mich gar nicht trauen, sie zu zählen 😀

    Liebe Grüße,
    Tamara | brunettemanners.at

  • Kim sagt:

    Sehr, sehr spannender Selbstversuch!

    Ich habe seit drei Monaten meine Ernährung ebenfalls umgestellt und dazu angefangen sehr viel Sport zu machen.

    Ich habe zuvor vegetarisch gelebt, aber das lässt sich mit Muskelaufbau extrem schwer kombinieren. Daher finde ich solche abwechslungsreichen Lebensmittel und Rezepte super interessant.

    Mein Beitrag zu meinem Selbstversuch ist übrigens dieser hier 🙂 Vielleicht ja auch interessant für dich!
    http://kiamisu.de/foodfitness/ernaehrungsumstellung-personal-training

  • Aimée Adams sagt:

    Mich würde mal interessieren, ob du nun vorhast das nun weiter zu machen oder ob das einfach nur ein Versuch für dich war! 😀 Oder nimmst du gar Alternativen für dich mit, die du neben deiner „normalen“ Küche gerne hin und wieder alternativ verwenden wirst?

    Liebe grüße

    Aimée

    • Tina sagt:

      Für mich war es nur ein Versuch, weil ich testen wollte, ob es mit Histaminintoleranz überhaupt umzusetzen ist. Aber dafür fehlen einfach die Alternativen Eiweißquellen. Milchprodukte kann ich von meinem Speiseplan streichen, aber nicht Eier und auch nicht zur Gänze Fleisch, obwohl ich das selten esse.

      LG, Tina

  • Mausflaus sagt:

    es gibt übrigens auch hafermilch; da du haferflocken anscheinend ja verträgst, sollte die auch kein problem darstellen.
    sesam, quinoa und amaranth sind gute histaminarme proteinquellen. es gibt auch reisproteinpulver, aber shakes mag ja nicht jeder. kann man aber auch gut pfannkuchen mit machen oder ins müsli rühren.
    mich wundert, dass du sonst kakao trinkst – der ist doch eine histaminquelle?

    • Tina sagt:

      Quinoa vertrage ich in geringen Mengen und esse ich auch gerne mal zu einer Gemüsepfanne oder rühre mir etwas davon ins Müsli. Wie ist das mit dem Reisproteinpulver, enthält das L-Histidin? Da werde ich mich noch umsehen und das mal checken. Shakes an sich mag ich sogar recht gerne, allerdings ist zumindest in den Eiweißshakes fast immer L-Histidin enthalten. Kakao und Vollmilchschokolade vertrage ich gut, liegt aber vielleicht daran, dass ich nur ein kleines Häferl Kakao trinke. Es gibt einige Sachen, die ich trotz Histamingehalt vertrage und andere wiederum vertrage ich gar nicht. Die kann ich natürlich trotzdem manchmal zu mir nehmen, dafür gibt es ja Antihistaminikum und Daosin, aber all zu oft sollte man die auch nicht nehmen 😉

      Vielen Dank für die Infos, dass mit der Hafermilch werd ich mir noch genauer ansehen.
      GLG, Tina

  • Doreen sagt:

    Huhu, ein Gedanke zu deinem Schlappheitsgefühl – könnte das vielleicht schon ein Anzeichen eines Nährstoffmangels gewesen sein? Z.B. Vitamin B12, Eisen, Calcium etc.? Bin nicht sicher, aber kann mir vorstellen, dass dies auch schon nach kurzer Zeit auftreten kann.
    Sonst klingt dein Experiment interessant und ich finde es toll, dass du es durchgezogen hast. Ich könnte es mir allerdings nicht vorstellen und würde es auch gar nicht durchhalten – dafür esse ich tierische Produkte wie Eier, Käse & Co. einfach viel zu gern. Ich hätte nicht das Gefühl des veganen Genusses, sondern eher, dass ich ständig nach Alternativen zum normalen Essen suchen muss. 🙂
    Liebe Grüße, Doreen

    • Tina sagt:

      Ich weiß leider nicht, ob ein Nährstoffmangel so schnell auftritt, aber kann mir durchaus vorstellen, dass es am Eisen gelegen hat. Ich esse auch viel zu gerne Eier. Mir ging es genau darum, dass ich in der Küche wieder etwas kreativer werde und ohne Eier oder Milchprodukte zu kochen, ist gewöhnungsbedürftig, es hat sich aber ausgezahlt. Ich möchte noch weitere Projekte, wie zB. Paleo, 10:2 oder Zuckerfrei starten und das was ich an diesen Ernährungsformen am besten finde, möchte ich dann auf Dauer beibehalten. Das nächste Projekt ist ZUCKERFREI und das wird so eine richtig arge Herausforderung für mich 🙂

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