Selbstständigkeit realistisch planen – positive und negative Aspekte

Selbstständig! Selbst und Ständig – was für viele wie eine lächerliche Floskel klingt ist leider die bittere Wahrheit. Selbstständig zu sein ist kein Honiglecken. Viel zu viel Bürokratie, die manchmal wirklich unnötig erscheint und so wirkt als wollte man dir nur Steine in den Weg legen.

Als Selbstständiger bist du selbst für dein Einkommen verantwortlich, es gibt keinen voll bezahlten Krankenstand und Urlaub. Du bist auch selbst und vor allem als Einziger für deinen Erfolg verantwortlich. Es gibt allerdings auch zwei Probleme die sich viele Selbstständige aufhalsen ohne dass es notwendig wäre.

Eines dieser Probleme ist gravierend und weit verbreitet, nämlich wenn die Grenzen zwischen Freizeit und Business verschwimmen. Das kann dir aber auch in manchen Berufen als Angestellte oder Arbeiter passieren. Das sollte allerdings nicht so sein, auch wenn dir dein Job wirklich Spaß macht und du das Glück hast mit dem was du liebst dein Geld zu verdienen. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance und ein gutes Zeitmanagement sind wirklich wichtig.

Heute will ich dir aber keine Tipps geben, um besser abschalten zu können oder wieder eine Grenze zwischen Freizeit und Business zu ziehen, sondern mit dir über Problem Nr 2 sprechen.

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Aspekte der Selbstständigkeit und mein eigener Weg

Die positiven Aspekte der Selbstständigkeit überwiegen im Idealfall und alles Negative wirkt wie eine Kleinigkeit, wenn man seine Zeit mit seiner Leidenschaft, seiner Berufung verbringen darf. Viele Menschen sehen in der Selbstständigkeit ihre Freiheit und den Ausbruch aus dem Hamsterrad. Etliche Menschen versuchen ihr Glück und machen sich mit ihren Talenten, ihrem Geschäftssinn und den Drang Erfolg mit Leidenschaft zu kombinieren selbstständig.

Als ich mich 2008 vom Kleinunternehmer zum Ein-Personen-Unternehmen umgemeldet habe, wurde mir vom Amt etwas gesagt: Etliche Selbstständige melden innerhalb der ersten drei Jahre ihr Gewerbe wieder ab und „flüchten“ zurück in ein Angestelltenverhältnis.

Frustrierend, aber kein Hindernis wenn du dich 100% für dein Business entscheidest.

In den ersten zwei Jahren habe ich mich abgemüht, immer wieder dazugelernt, investiert und mein ganzes Erspartes aufgebraucht um mich weiterzubilden, meine Skills auszubauen und in mein kleines Unternehmen zu investieren. Dann ging es ein bisschen bergauf. Dass ich mit meinem Beruf erfolgreich war habe ich erst gemerkt, als sich die Konkurrenz meldete. 2015 wurde mir klar dass mein Business für mich wichtig war, aber es Zeit für etwas Neues ist.

Back to the roots – ich habe mich sozusagen auf meine wahre Leidenschaft konzentriert, die ich schon seit Kindheitstagen ausleben wollte und beschlossen mich wieder dem Schreiben zu widmen und es zu meinem Beruf zu machen. Schon nach einigen Wochen habe ich gemerkt, dass ich in dieser Branche richtig bin. Hier kann ich all meine Interessen verbinden.

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Selbstständigkeit realistisch planen

Klar, wenn man seine Selbstständigkeit plant, dann konzentriert man sich auf all die schönen Dinge. Die Freiheiten die man hat! Dass man selbstbestimmt arbeiten kann usw. Wie viele Aufgaben noch zu erledigen sind, von denen man keine Ahnung hat oder für die man sich nur schwer motivieren kann, daran denkt kaum jemand. Buchhaltung, Steuererklärung, Webdesign (Internetpräsenz), das Bewerben seines Unternehmens, Kommunikation, Verkaufsverhandlungen…

Und jetzt kommen wir endlich zu Problem Nr 2, denn selbstständig zu sein bedeutet viel, aber nicht alles alleine machen zu müssen.

Es ist ein großer Fehler seine ganze Energie für die Dinge aufzuwenden, die dir schwer fallen. Das nimmt dir nämlich auf Dauer auch die Energie und Freude für das was dir eigentlich Spaß macht. Und wenn dir erst einmal die Freude dafür fehlt, dann kannst du den Job auch nur noch halb so gut machen.

Wenn du es dir leisten kannst, dann investiere in einen Buchhalter, Steuerberater, Webdesigner und Co. Das ist überhaupt kein Problem, einfach in Auftrag geben und alles wird erledigt.

Realistischer ist aber die Tatsache, dass du das Geld am Anfang deiner Selbstständigkeit nicht hast, um es in Andere bzw. dein Business zu investieren. Aber es gibt natürlich auch hier eine Lösung, es wäre ja sonst unfair, wenn ich dir das Problem vor Augen führe, aber keine Lösung anbiete.

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Selbstständig aber nicht alleine

Du kannst dir Partner suchen! Was ist dein Talent? Kannst du besonders schöne Fotos machen und hast Ahnung von Bildbearbeitung? Bist du gut im Texte schreiben oder sprudelst du vor Ideen für Werbeslogans? Hast du HTML Kenntnisse oder kennst dich gut mit Social Media aus? Mach dir bewusst welches „Problem“ du am besten lösen kannst und bei welchem „Problem“ du Hilfe brauchst.

Online (Xing, Linkedin, diverse Facebookgruppen, Unternehmerseiten) kannst du dann jemanden Suchen der genau dass anbietet, wo du Hilfe und Unterstützung brauchst. Wenn du beispielsweise einen Buchhalter gefunden hast, der Hilfe beim Aufbau seiner Firmen Online Präsenz braucht und das genau dein Talent ist, dann Frag nach einer Kooperation.

Jeder Selbstständige braucht irgendwo Hilfe und die Meisten sind froh, wenn sie kein Geld dafür ausgeben müssen. Was aber auch sehr interessant und hilfreich ist – bei dieser Form der Kooperation kannst du auch gleich deine Skills erweitern und hast auch eine Referenz.

WIN-WIN-Situation!

©Photo by rawpixel.com on Unsplash

4 Comments

  • dorie sagt:

    Das sind wirklich hilfreiche Tipps. Ich bin zwar noch weit davon entfernt, aber im Kleinen hilft es trotzdem.
    Liebe Grüße ♥ Dorie
    http://www.thedorie.com

    • Tina sagt:

      Danke Dorie! Freut mich, wenn meine Tipps hilfreich und nützlich sind.
      Ich kann mich noch gut erinnern, wie schwer mein Anfang vor 10 Jahren war,
      deshalb versuche ich in der Kategorie „Work“ immer ein paar Tipps abzugeben.
      Muss ja schließlich nicht jeder so einen schweren Start in die Selbstständigkeit haben 😉

      LG, Tina

  • Angelika sagt:

    Ja, die Selbstständigkeit mit ihren guten und schlechten Zeiten. Witzigerweise sehen die meisten Menschen, die sich in einem Angestelltenverhältnis befinden, nur die positiven Seiten, die viele Freizeit, da man sich die Arbeitszeit ja selbst einteilen kann und die Unmengen an Geld, die man scheffelt ;). Was alles dahinter steckt will so genau keiner wissen. Deshalb finde ich deine Tipps sehr gut.
    Liebe Grüße
    Angelika

    • Tina sagt:

      Danke für dein Feedback!
      Ja, das ist wirklich so – man sieht immer dass, was man sehen will und achtet nur selten darauf, wieviel Realität dahinter steckt 🙂

      LG, Tina

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