REVIEW: Prison Break Staffel 5 – Welche Fragen offen blieben und wie ich mir eine weitere Staffel vorstelle

Am Samstag lief die letzte Folge Prison Break. Ob es eine weitere Staffel geben wird steht in den Sternen. Angeblich sind zumindest Wentworth Miller und Dominic Purcell Feuer und Flamme für weitere Folgen.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich ein Prison Break Fan der ersten Stunde bin und mir vor der Ausstrahlung der neuen Staffel auf RTL2, nochmal alle alten Folgen auf Netflix angeschaut habe. Dabei ist mir einmal öfter aufgefallen, wie genial die Serie ist. Das die Einschaltquoten nicht so herausragend waren, liegt meiner Meinung nach daran, dass die Folgen einzeln, jeweils Samstags ausgestrahlt wurden. In 50 Minuten lässt sich Spannung nun einmal nicht ganz so gut aufbauen, wie in einer Doppelfolge.


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REVIEW: Prison Break Staffel 5

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Nun zum Ende! Falls ihr die letzte Folge noch nicht gesehen habt, solltet ihr an dieser Stelle aufhören zu lesen. Alle Anderen lesen bitte weiter, weil ich echt das Bedürfnis habe über die ganze Staffel und vor allem über die letzte Folge zu reden.

Ich war nämlich schlichtweg schockiert über das Ende. Ich sage immer „Wenn in einer Serie ein Charakter stirbt, dann musst du als Zuschauer mit den Tränen kämpfen. Ist das nicht der Fall, dann haben die Macher oder die Darsteller etwas falsch gemacht. So ein undankbarer Abgang ist irgendwie auch respektlos dem Darsteller gegenüber. Die bei LOST wussten, wie man einen Charakter sterben lässt. Die Tode von Charlie, Yin und Boone gehen mir auch Jahre später noch unter die Haut. Aber auch bei Prison Break war schon so mancher Tod durchaus dramatisch. Erinnern wir uns nur einmal an Staffel 4, als Brad Ballick starb. Ergreifend!

Als nun in der Finalen Folge Whip sein Leben lassen musste, kam mir das irgendwie lieblos und beiläufig vor. Als es schließlich zum Showdown in der Lagerhalle kam, wusste ich nicht genau, soll das jetzt Michaels Plan gewesen sein und das ist alles Fake? Oder ist die Sache einfach aus dem Ruder gelaufen und Whip tatsächlich tot?

Im Grunde war mir aber die ganze Staffel nicht emotional genug. Die neuen Charaktere wurden nie richtig vorgestellt. Bei den Charakteren aus den voran gegangen Staffeln, wie zB. bei Sucre, wusste man immer wen er liebt, wie er lebt und wieso er im Knast gelandet ist. Ein bisschen hat man auch über Whip, Ja und Sid erfahren, aber viel zu wenig. In der ersten Staffel konnte man damals wirklich gut Sympathie und Antipathie für die Charaktere aufbauen.
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Diese Fragen blieben offen:

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  • Soll Jacob wirklich alleine so mächtig gewesen sein? Nur er mit drei Handlangern?
  • „Aus 21 Void kann man nicht aussteigen“ betonte die Agentin immer wieder und hatte dabei Angst um ihr Leben. Äußerst unrealistisch, wenn man bedenkt, dass es zum Ende hin nur noch Jacob und diesen „Computerspezialisten“ gab.
  • Warum hat Michael T-Bag eine neue Prothese bezahlt? Er hat doch schon vorher Lincoln darüber informiert, dass Michael noch am Leben ist. Sollte es nur dafür sein, dass T-Bag Poseidon zur Strecke bringt? Wir wissen alle, das so etwas auch ein einarmiger T-Bag geschafft hätte, wenn er voller Hass und in Rage ist.
  • Warum hat Michael seinem Zellengenossen Ja immer gesagt, dass er ihn noch brauchen wird? Wofür? In diesem Charakter hätte ich übrigens Potential für zahlreiche zukünftige Staffeln gesehen.
  • Michael hat auch immer behauptet, dass Whip seine rechte Hand ist und nicht auf ihn verzichten kann. Dafür reagierte er auf dessen Tod aber schon beinahe gleichgültig. So dass ich mich Frage, ob er von Anfang an geplant hatte, Whip zu opfern und T-Bag den Part des Sündenbocks einnehmen zu lassen.
  • Wenn Jacob ach so böse ist und Michael damit gerechnet hat, dass ihnen in der Lagerhalle eine Falle gestellt wird, warum waren sie dann nur zu Dritt? Sucre und C-Note hätten bestimmt jederzeit geholfen. Michael ist so intelligent, er hätte die Situation anders meistern können.

Ich liebe diese Serie und gucke auch die nächste Staffel, sollte es eine geben. Aber ich hätte mir auch William Fichtner wieder als Alex Mahone gewünscht und vor allem mehr Sendezeit für Sucre und T-Bag.

Das klingt jetzt beinahe so, als hätte ich an der ganzen Staffel was zu meckern, aber das ist natürlich nicht der Fall, denn im Großen und Ganzen war und bin ich froh, dass es zu einer 5. Staffel gekommen ist.

In der Schluss-Szene hätte ich damit gerechnet, dass Whip doch noch auftaucht. Ebenso Sucre und C-Note mit ihren Familien. Das hätte ich mir alleine schon deshalb gewünscht, weil ich wissen möchte wie es Sucre mit Marisol geht. Schließlich ging es bei Sucre fast 2 Staffeln lang darum, wie er zu der Liebe seines Lebens zurückkehren kann.

Was ich mir jetzt wünsche ist eine 6. Staffel. Denn die Fünfte hat mir nicht wie eine Fortsetzung zu den ersten vier Staffeln gewirkt, sondern viel mehr wie eine kurze Einführung in die nächsten Staffeln. Ich wüsste auch in etwa, wie es für mich mit Prison Break weitergehen sollte.
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So kann ich mir eine Forsetzung vorstellen:

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ACHTUNG!!! Der folgende Text ist keine Vorschau bzw. kein Vorbericht für nachfolgende Staffeln, sondern lediglich meine Sicht, wie ich mir eine weitere Staffel von Prison Break wünschen würde.

Michaels Befürchtungen werden wahr. Hinter 21 Void steckte nicht nur Jacob, als Poseidon, sondern mehrere Zellen mit Anführern, die nach Göttern benannt sind. Poseidon war also nur der Anführer einer Zelle. Einer von Vielen, denn 21 Void hat Zellen überall auf der Welt.

Ein für alle Mal sollen diese Machenschaften ein Ende haben und diese Menschen ihre gerechte Strafe hinter Gittern bekommen. Michael willigt also doch ein, dem Agenten aus der letzten Episode zu helfen. Er fordert dafür ein eigenes Team, welches er selbst zusammenstellen kann. Er braucht Menschen um sich denen er trauen kann und würfelt das alte Team Alex Mahone, Sucre und Lincoln zusammen. Dazu stoßen nun auch noch Ja und der totgeglaubte Whip. C-Note unterstützt die Gruppe hin und wieder.

21 Void bekommt Wind davon, dass es einen Widerstand gibt und holt zum Gegenschlag aus. Mike sollte entführt werden, dies konnte allerdings in letzter Sekunde verhindert werden. Nun ist LJ das Ziel. An seiner Stelle wird seine Freundin erwischt und das Team erpresst. LJ studiert mittlerweile Jura.

T-Bag hat Jacob nicht getötet, sondern den anderen Gefängnisinsassen zum Fraß vorgeworfen. Er hat für seine bisherigen Taten seine Strafe abgesessen und will versuchen nichts unrechtes mehr zu tun. Er war sein Leben lang alleine, so hat er sich auch schon als Kind gefühlt. Aber jetzt hat er einen Sohn und einen Sinn in seinem Leben gefunden.

Schließlich wird das Team komplett, als auch noch T-Bag frühzeitig entlassen wird, um Michael und die Anderen zu unterstützen. Da Michael Sara und seinen Sohn schützen möchte, kommt noch ein bekanntes Gesicht zur Gruppe. Gretchen! Sie kennt das Team und auch die Seite der Bösen. Sie ist stark genug um Sara und Mike zu beschützen. Nachdem sie sich letztlich in Staffel 4 auf die richtige Seite geschlagen hat und auch Sara nicht verraten hat, entscheidet man sich dafür, sie ins Boot zu holen.

Abgesehen von den bekannten Gesichtern, wird das Team auch von zwei Agenten, von denen einer noch recht jung ist, unterstützt. Mahone ist sozusagen die Schnittstelle zwischen Michaels Team und den Agenten. Immer mehr übernimmt er dabei eine Art Vaterrolle für den Frischling.

Im Laufe der Zeit erkennt man, dass Informationen durchsickern und die altbekannte Frage „Wem aus dem Team kann man trauen“ taucht wieder auf.

Sucre und Whip buhlen um den Best Buddy Bonus, weshalb es zwischen den Beiden immer wieder zu witzigen Sticheleien kommt.

Außerdem könnte man zeigen, wie Michael seinem Sohn näher kommt und sich erstmal in einem komplett neuen Leben und der ungewohnten Vaterrolle wiederfindet. Auch für Lincoln, der sein Leben endlich wieder auf die Reihe kriegen möchte, läuft es gut mit Sheba. Sie will allerdings ein friedliches Leben und Lincoln will eine Aufgabe, die er im neuen Team findet. Gretchen ist nun auch ein Teammitglied und kann Lincoln gut verstehen, vor allem auch seine Vergangenheit, seine Laster und Fehlentscheidungen.

Was mir noch wichtig wäre, wäre ein T-Bag der seine inneren Dämonen unterdrücken möchte, um Vater zu sein. Er hinterfragt Michaels Pläne mehr als einmal. In einer Szene könnten Michael und T-Bag mit unterschiedlichen Meinungen an einander geraten. Whip muss sich entscheiden und wählt seinen Vater. Dieser ändert daraufhin seine Meinung, da er noch nie erlebt hat, dass sich jemand um seinetwillen auf seine Seite schlägt und er nicht möchte, dass sein Sohn sich zwischen ihm und seinen besten Freund entscheiden muss.

In 22 Folgen wird 21 Void völlig zerlegt. Michael versucht sich in seinem alten Job wieder, merkt aber, dass er nach 11 Jahren Flucht und Gefangenschaft nicht in einem normalen Job arbeiten kann. In diesem Moment kommt ein Agent und schlägt Michael vor, unschuldig (zu unrecht verurteilte) Menschen aus dem Gefängnis zu befreien.

 

Wie habt ihr die Staffel gefunden? War das Ende für euch zufriedenstellend?

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