Ich hatte mich jünger in Erinnerung…

…Lesebotox für die Frau ab 40!

Noch fehlen mir ein paar Jährchen zum 40er und wenn ich nach dem Sprichwort gehe „Man ist so jung, wie man sich fühlt“, dann komme ich gerade mal auf knackige 27. Trotzdem klang das Buch für mich interessant. Vor allem wohl deshalb, weil ich viele Freundinnen habe die etwas älter sind und die volle Panik vor dem 40. Geburtstag schieben. Als ob sich danach irgendetwas von einem Tag auf den Anderen drastisch ändern würde.

Der Titel und der Klappentext verleiteten mich dazu, dieses Buch lesen zu wollen. Also bat ich um ein Rezensionsexemplar. Gleich die ersten Seiten fand ich schon sehr crazy. Da spricht eine der Autorinnen zu Gott, der ihr beim nächtlichen pinkeln auf der Toilette erscheint. Im Laufe des Gesprächs verwandelt sich Gott auch noch in Ihre verstorbene Großmutter.

Ich muss gestehen, dass der Schreibstil der beiden Autorinnen (Bestseller-Autorinnen hin oder her) einfach nicht mein Fall ist. Auch die Art von Humor kann mich nicht begeistern. Der Titel klang so vielversprechend und ich dachte wirklich, dass dieses Buch ein kleines Training für die Lachmuskeln werden wird. Okay, das war eine reine Vermutung und wahrscheinlich bin ich selbst ein bisschen Schuld daran. Wie kann ich, als Person die am liebsten über Adam Sandler Witze und Jim Carrey Grimassen lacht, auch nur ansatzweise glauben, dass mir der Midlife-Crisis Humor von zwei über 50jährigen Frauen gefällt.

Das Buch hätte wahnsinnig viel Potential, ist mir aber letztlich doch zu frustrierend. Statt viel Humor mit etwas witzigem Gejammer, gibt es eher viel Gejammer mit etwas winzigem Humor. Ich finde es schrecklich, wenn man mit knapp über 50 redet, als hätte man kein Leben mehr vor sich und wäre steinalt.

80 ist alt. 90 ist alt. 100 sind eine Überraschung! Spätestens seit Sandra Bullock, Salma Hayek und Halle Berry wissen wir, dass 50 nicht alt ist.
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Beschreibung/Klappentext:

Morgens im Badezimmerspiegel schaut uns eine Frau an, die man irgendwie jünger in Erinnerung hatte. Mittags huschen wir zum Optiker, um eine Lesebrille zu erstehen – die wir zuvor nur von unseren Omas kannten. Und auf dem Nachhauseweg pfeifen einem nicht einmal mehr die Bauarbeiter hinterher. Älterwerden ist scheußlich und wunderbar zugleich. Es kommt nur auf die Perspektive an. Man kann es tragisch sehen oder komisch. Monika Bittl und Silke Neumayer haben sich für den Humor entschieden und bekämpfen die kleinen Einbrüche mit den besten Waffen der Frauen: der Selbstironie und dem Lachen über sich selbst.
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Ich hatte mich jünger… – Mein Fazit!

Es gibt aber natürlich auch in diesem Buch Passagen und Kapitel die mir gefallen. Das Kapitel „Halali! Auf zum Jagen“ hat mich etwas zum schmunzeln gebracht. Hier geht es nicht um die Jagd an Tieren, sondern um eine ältere Frau deren Beute jüngere Männer sind. Sogenannte Cougars. Besser gesagt handelt dieses Kapitel von einer Frau, die erst lernt auf Jung-Männer-Fang zu gehen.

Allerdings hat auch dieses Kapitel etwas, dass mir nicht gefällt. Gerade in diesem Kapitel wird nämlich deutlich, wie ICH fixiert die Autorinnen sind. Klar sind die meisten Erzählungen übertrieben dargebracht, da bin ich mir sicher. Dennoch wäre alles viel einfacher und sie würde sich viel lockerer fühlen, wenn sie etwas oder jemand anderen, als sich selbst Aufmerksamkeit schenken würde.

Die witzigsten Kapitel sind „Die 10 besten Sexstellungen für Frauen ab 50“ und „Eine Busfahrt, die ist lustig…“. Leider sind diese zwei Kapitel auch die Kürzesten.

Auch das Leben von uns Frauen ist viel teurer als jenes der Männer, weil wir uns schmücken müssen, sollen, wollen und Geld brauchen für Friseur, Mode, Kosmetik, Chirurgie und Botox. Dieser Satz kommt einfach nicht lustig rüber, sondern schockiert mich ehrlich gesagt ein wenig. Männer mögen auch Mode und verwenden Pflegeprodukte. In puncto Friseur halte ich es wie die Französinnen – geschnitten wird von Mama oder Freundinnen. Die Stirnfransen kürze ich gerne auch mal selbst. Chirurgie und Botox war letztlich dass, was mich an der Aussage am meisten empört hat. Wir brauchen das nicht und wir müssen uns nicht operieren und botoxen lassen. Ein paar Fältchen haben noch niemanden geschadet und ehrlich gesagt sind die Männer weniger kritisch was die Optik der Frauen angeht, als andere Frauen.

Auch schon wie bei den Muchachas, habe ich mir andere Rezensionen durchgelesen. Einfach weil ich wissen wollte, wie Andere dieses Buch empfunden haben. Die Meinungen gehen dabei ziemlich weit auseinander. Kritiker lobten diesen Spiegel-Bestseller und auch viele Leser waren Feuer & Flamme. Die Mehrheit der Kundenrezensionen fiel allerdings negativ aus.

Das Buch kann ich als leichte Urlaubslektüre empfehlen, wenn ihr lange reisen mit dem Zug oder dem Flieger vor euch habt. Es eignet sich auch gut für Zwischendurch. Für einen echten Lachflash kann ich es allerdings nicht empfehlen.

*Es handelt sich hierbei um ein kostenfreies
Rezensionsexemplar des Knaur Verlags!

Verlag : Knaur Taschenbuch
ISBN: 9783426787632

 

Ich werde mir dieses Buch noch einmal in ein paar Jahren durchlesen, vielleicht finde ich es ja witziger, wenn das Alter passt!

1 Comment

  • Sarah sagt:

    Klingt auf jeden Fall ganz witzig. Ich denken als Geschenk echt super 🙂

    Ich wünsche dir einen wundervollen Tag <3
    Liebst, Sarah von Belle Mélange
    belle-melange.com

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