Ein Selbstversuch – Zuckerfrei als Schokoholikerin

Jeder von euch wird das kennen. Man fühlt sich traurig, na dann greift man eben mal schnell zum besten Seelentröster den man kennt – Schokolade. Schokolade ist für uns aber nicht nur als Seelentröster bekannt, sondern feiert in Form von Kuchen und Torte auch unsere Geburtstage mit. Und zur traditionellen österreichischen Kaffeepause darf was nicht fehlen? Das süße Gebäck!

No SugarSüßigkeiten sind unser Number One Soul Food. Auch wenn wir wissen, dass die tröstende Wirkung nur von kurzer Dauer ist und vor allem bei Frauen direkt in ein schlechtes Gewissen übergeht. Na klar, jetzt fühlen wir uns erst recht schlecht. Nachdem wir gemerkt haben, dass unser Verlangen nach einem kleinen Stück Praline, eine ganze Packung gekillt hat. Da fällt uns natürlich gleich wieder unser Hüftspeck ein, auch wenn der bei vielen gar nicht wirklich existiert.

Vor Jahren habe ich schon einmal auf Zucker verzichtet. Ganze acht Wochen lang. Doch dann ist es passiert – Eine Freundin hatte Geburtstag. Es gab eine riesige Feier und ein unglaubliches Torten-Buffet. Alle redeten auf mich ein „Geh, ein kleines Stück wirst du doch wohl essen können“. Weil ich nicht unhöflich sein wollte und die Vielfalt des Torten-Buffets einfach überwältigend war, gab ich klein bei.

Ein kleines Stück, dachte ich mir und war derart stolz auf mich, dass es tatsächlich dabei geblieben ist. Noch am nächsten Tag dachte ich mir „Ich hab’s geschafft! Hab meinen Zuckerkonsum voll im Griff. Endlich weg von der Schokosucht!“. Und da habe ich begonnen Fehler zu machen. Hab ja schließlich gemerkt, dass ich jederzeit darauf verzichten kann.

So habe ich angefangen, hin und wieder zu etwas Süßem zu greifen. Zum Beispiel beim Kaffeeklatsch mit meinen Freundinnen. Und was soll ich euch sagen? Zwei Wochen später habe ich täglich mehr Süßigkeiten konsumiert, als jemals zuvor.

Dabei war das Aufhören gar nicht so schlimm. Also zumindest, wenn man die Erinnerung an die ersten drei Tage ausblendet. Die waren nämlich, ich will ehrlich sein, der blanke Horror. Wenn euch jemand sagt, dass Sie keinen Zucker mehr essen sollen, worauf bekommt ihr Lust? Vielleicht denkt ihr jetzt gerade an ein saftiges Stück Sachertorte? Sagt euch niemals „Ich fange morgen damit an, mich zuckerfrei zu ernähren“. Das wird nichts, da bin ich mir sicher.

„Ich fange jetzt damit an“, oder „Ab jetzt verzichte ich auf Zucker“. Das sind Aussagen mit denen es gelingt.

Der Gedanke daran, dass ihr keine Schokolade mehr essen werdet, tut auch nur so lange weh, bis euch klar wird, dass auch Obst tabu ist. Und nicht nur das! Auch euren geliebten Kaffee werdet ihr in nächster Zeit ohne Milch trinken.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es einfacher ist dem Zucker zu widerstehen, wenn man völlig auf ihn verzichtet inklusive Milch- und Fruchtzucker. Nach ein paar Wochen könnt ihr Milch- und Fruchtzucker wieder konsumieren.

Allerdings muss ich gestehen, hätte ich angefangen so etwas wie Chiapudding zu essen (warum darf sich der überhaupt so nennen), wäre ich so deprimiert gewesen, dass ich mein Vorhaben direkt verworfen hätte.

Es gibt übrigens einige Zuckeralternativen. Zwar solltet ihr anfangs auch auf diese verzichten, aber mit der Zeit könnt ihr eure Ernährung damit völlig umstellen. Eine bekannte Zuckeralternative ist Stevia. Dass dieser Zuckerersatz vom Geschmack her kaum zu unterscheiden ist, will ich an dieser Stelle aber nicht unterschreiben. Außer Stevia gibt es zum Beispiel noch Kristallin – 100% Erythritol – hat 0 Kalorien, ist für Diabetiker geeignet und rein pflanzlichen Ursprungs. Außerdem heißt es, dass Erythritol wie ein Antioxidantium im Körper wirkt und sehr zahnfreundlich ist. Aber auch hier würde ich empfehlen, diesen Zuckerersatz nur in Maßen zu konsumieren. Wenn ihr euch einige Zeit zuckerfrei ernährt, werdet ihr ohnehin feststellen, dass alles viel geschmacksintensiver ist.

Was ich mit dem Zuckerverzicht bezwecken will? Ich will meinen Körper von seinen durch Zucker verursachten Schlacken befreien. Ich will wieder konzentrierter und fitter sein. Immerhin habe ich während meiner ersten Zuckerabstinenz bereits die Erfahrung gemacht, dass diese Form der Ernährungsumstellung Körper und Geist wirklich gut tut. Und in drei Wochen werde ich versuchen ein ideales Mittelmaß zu finden. Denn um dauerhaft auf Zucker zu verzichten, dafür bin ich ein viel zu starker Genussmensch. Und mal ehrlich, nie wieder ein Snickers? Was soll das denn für ein Leben sein?!

Auch in der aktuellen Woman (Ausgabe Nr. 15) findet ihr einen spannenden Artikel über zuckerfreie Ernährung. Unbedingt lesen 😉

Wie sieht es bei euch mit dem Zucker- bzw. Schokoladekonsum aus?

 

3 Comments

  • Jule sagt:

    Auf Zucker zu verzichten habe ich auch schon versucht… Doch bei mir war es ähnlich mit dem doppelt so schlimmen Rückfall.
    Aber mittlerweile gönne ich mir immer etwas Süßes, wenn ich Lust darauf habe.
    Du hast recht, denn was wär das für ein Leben, wenn man sich immer zusammen reisen muss. Ehrlich gesagt werde ich sogar zickig, regelrecht aggressiv, wenn ich dem Verlangen nicht nachgehen.
    Mittlerweile esse ich dann einfach Früchte oder eine Naturjogurt mit einem Klecks selbstgemachte Marmelade.
    LG jule
    Inspojules.blogspot.com

  • Jule sagt:

    Ich entschuldige mich für die Rechtschreibfehler… ich hab seit ein paar Tagen ein neues, superschlaues Handy, das immer meint mich verbessern zu müssen (das nervt total )
    Leider finde ich auch nichts, wo ich es verbessern könnte.
    LG Jule

  • Elisa sagt:

    Auf Zucker verzichten bedeutet auf viele Fertig/Halbfertig-Lebensmittel zu verzichten. Denn darin verstecken sich große Mengen an Zucker (oft unter anderem Namen), ja auch in der Leberwurst, dem Rotkohl aus dem Glas und der Zahnpasta.
    Selberkochen ist besser und mit Stevia, Reissirup, Xylit und Erythrit als Zuckerersatz darf es auch mal etwas Süßes sein.

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