Storytelling: Der Italiener mit seiner Gitarre und das Rauschen des Meeres

Das erste Mal als ich das Meer gesehen habe, war ich in Italien. Genau gesagt, an der oberen Adria in Lido di Jesolo. Es war ein toller Moment für mich, denn ich hab mich sofort ins Meer verliebt. Ich war gerade mal 13 oder 14 Jahre alt. Es ist also schon eine gefühlte Ewigkeit her als ich dort zum ersten Mal die Zehen in den heißen Sand steckte und mich in die Wellen warf.

Im Jahr darauf war ich wieder dort und dann wieder. Immer mit meiner Familie und Verwandten. Und jedes Mal war sie sofort wieder da, die Liebe zum Meer, zum Sandstrand, zu Italien.

Obwohl ich in dieser Zeit auch in Rhodos und Kreta Urlaub gemacht habe und sowohl das Meer als auch die Strände dort wesentlich traumhafter sind, so war und ist Italien meine große Liebe. Die Sprache, das Essen, einfach Alles! Sogar auf die unfreundliche Kassiererin, in einem kleinen Supermarkt in der Nähe des Hotels, habe ich mich gefreut und mich jedes Jahr aufs neue gefragt, ob sie wieder an der Kasse sitzt.

In einem dieser Italien Urlaube haben mein Bruder, mein Cousin, meine Cousine und ich am letzten Urlaubstag eine kleine Abschiedsfeier am Strand gemacht. Wir hatten Chips, Becher und eine Flasche Sekt oder Wein dabei. Die Chips sind uns in den Sand gefallen, aber die Stimmung war so locker und lustig, dass wir sie trotzdem gegessen haben. Darüber lachen wir heute, fast 20 Jahre später, noch.

Witzige Gespräche! Stille, außer unserem Gelächter und das Rauschen des Meeres!

Im darauffolgenden Jahr war ich zum ersten Mal ohne Familie, sondern nur mit meinen Mädels unterwegs. Obwohl der Urlaubsort der selbe war, wie die Jahre zuvor, war es doch kaum zu vergleichen. Erst jetzt habe ich gemerkt, wie viele Cocktailbars und Party-Locations es gab. Es war eine tolle Woche mit viel Party, zahlreichen Cocktails und ganz viel Zeit am Strand.

Auch in jenem Jahr wollten wir eine Abschiedsparty am Strand machen. Ich hörte einen jungen Mann der vor einer Gruppe, mit seiner Gitarre Italo-Hits spielte. Wir gingen näher und setzten uns schließlich zu ihnen. Der junge Mann war ein Italiener, Anfang 20. Ein Freund begleitete sein Gitarrenspiel auf kleinen Trommeln. Die Gruppe wurde immer kleiner und wieder größer. Leute kamen und gingen bis schließlich nur noch der Gitarrist, der Trommler, ein Strandtuch Verkäufer, meine Mädels und ich übrig waren.

Wir saßen direkt neben dem Wasser, durften uns Songs wünschen und haben uns gut unterhalten. Ich fragte, ob er meinen damaligen Lieblingssong „No Woman No Cry“ von Bob Marley spielen kann. Er konnte und tat es!

Ein Italiener mit seiner Gitarre! Stille, außer unserem Gesang und unserem Gelächter und das Rauschen des Meeres!

Dieser Moment war einer der schönsten Momente in meinem Leben und ich erinnere mich immer gerne daran zurück. Durch ihn wurde aus meinem damaligen Lieblingssong ein Triggersong für gute Laune und Gelassenheit. Wenn ich No Woman No Cry höre, dann bin ich auf Knopfdruck tiefenentspannt und höre förmlich das Rauschen des Meeres im Hintergrund.

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Hattest du auch schon einmal so ein Urlaubserlebnis, an das du dich immer gerne erinnerst und das dir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubert? Du kannst gerne deine Erinnerung in meinen Kommentaren teilen. Ich würde mich darüber freuen!

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