Blogparade Summer Stories – Drei Freundinnen in Italien

Vor einigen Wochen habe ich wieder zu einer Blogparade geladen. Das Thema bei diesem Mal – Summer Stories. Dabei war es jeder Teilnehmerin selbst überlassen, ob sie über ihre liebste Sommerlektüre, über Urlaubspläne, erfundene Geschichten oder tatsächliche Erlebnisse schreibt.

Ich habe mich für eine autobiografische Geschichte entschieden!

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Sommer 2000! Ich fahre gemeinsam mit meinen Freundinnen Hanna und Sandy nach Jesolo. Wir fahren zum ersten Mal alleine, ohne „erwachsene Begleitung“ und auch zum ersten Mal mit einem Reisebus. Die Fahrt kam uns endlos vor. Nach sieben Stunden war dann endlich soweit. Wir waren in Jesolo! Wir stiegen direkt vor unserem Hotel aus. Es war das gleiche Hotel, in dem wir schon die letzten Jahre, gemeinsam mit unseren Eltern, die Sommerurlaube verbrachten.

Aber diesmal sollte alles anders werden.

Wir checkten erst Mal ein, stießen zur Begrüßung mit einem köstlichen Sgroppino an und gingen dann auf unser Zimmer. Das Zimmer war klein, aber wir wollten uns ohnehin nicht viel darin aufhalten.

Ich ging auf den Balkon, von dem ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, welch lustige Stunden mich dort erwarten. Vier Stockwerke unter uns, auf der anderen Straßenseite, stand ein Italiener. Ich denke, er war so Mitte dreißig. Er winkte mir zu. Ich winkte zurück, beachtete ihn jedoch nicht weiter. Viel lieber wollte ich an den Strand und zwar sofort.

Hanna, Sandy und ich packten unsere Koffer nur soweit aus, dass wir an unsere Badesachen ran kamen. Und schon waren wir weg.

Am Strand lag nur zwei Sonnenschirme weiter ein junger Mann. Er hatte Brusthaare, trug ein kitschiges Goldkettchen um den Hals und seine Haut glänzte vom Schweiß und der Sonnencreme. Hanna drehte sich mit einem Lächeln im Gesicht zu mir und meinte: „Oh mein Gott! Das ist doch ein typischer Italiener, wie man ihn aus den Filmen kennt.“ Wir konnten ja nicht wirklich wissen, dass es sich bei diesem jungen Mann um einen Italiener handelt. Bis sein Kumpel Giovanni zu ihm kam, sich neben seine Liege kniete und auf italienisch begrüßte. Die beiden unterhielten sich und Giovanni deutete zu uns herüber. Mario, so hieß der Typ mit Goldkettchen, drehte sich zu uns um, zog seine Sonnenbrille leicht nach unten und sah uns an. Es dauerte nicht lange und die Beiden standen vor unseren Strandliegen. Wir unterhielten uns auf englisch und stellten amüsiert fest, dass ihnen der Balkon neben unserem gehörte.

In den nächsten zwei Tagen machten wir gemeinsam mit Mario und Giovanni ein paar Diskotheken und Cocktailbars unsicher. Die beiden Jungs hatten sich scheinbar etwas anderes vorgestellt. Besser gesagt, hatten sie sich wohl etwas mehr vorgestellt.

Was wir Drei wollten waren allerdings nur ein paar nette Gespräche, neue Bekanntschaften und lustige Erlebnisse. Wir wollten uns keinesfalls in eine emotionale Katastrophe stürzen und noch weniger wollten wir Samantha’s Lifestyle aus Sex and the City nachstellen.

Giovanni und Mario fanden sich noch zwei andere Mädels, bei denen sie wie wild darauf los baggerten. Immerhin hatten sie nur noch einen Tag in Jesolo. Wir sahen die beiden Italiener nur noch ein einziges Mal, als wir am nächsten Tag diese zwei Mädels sahen, wie sie ihnen ein angefressenes „Piss off“ hinterher schrien.

Der Italiener den wir gleich nach unserer Ankunft vom Balkon aus gesehen hatten, bemühte sich von Tag zu Tag mehr, unsere Bekanntschaft zu machen. Am ersten Tag war es nur ein freundliches Winken. Tags darauf war es ein winken und Ciao Bella…irgendwas… Ragazza…blabla. Was weiß ich, ich verstand nur wenige Brocken davon. Am dritten Abend willigten wir in ein Treffen ein, damit er endlich aufhört über einige Stockwerke zu uns hoch zu rufen und damit unsere Nachbarn zu belästigen. Mensch, der war so aufdringlich, so etwas habe ich nie wieder erlebt. Wir haben uns beim Treffen so dumm gestellt, dass er ab diesem Zeitpunkt nicht einmal mehr zum rauchen auf die Straße ging.

An dem Abend vor unserer Abreise erlebten wir das entspannendste Ereignis unseres Lebens. Hanna, Sandy und ich besorgten uns Chips und Sekt und gingen an den Strand. Die Tage zuvor hatten wir einen regelrechten Club-Bar-Party-Marathon gemacht. Als wir es uns auf einer Bank gemütlich machen wollten, hörte ich plötzlich eine Gitarre, Gesang, eine Trommel und jede Menge fröhliches Gelächter. „Das klingt nach Spaß“, sagte ich zu meinen Freundinnen. „Kommt, lasst uns da mal hinschauen.“ Anfangs zierten sich Hanna und Sandy ein wenig. Sie wollten nicht aufdringlich sein. Ich schlug ihnen vor, einfach mal zum Wasser vor zu gehen, so würden wir sehen, welche Leute das sind. Gesagt – Getan! Als sie uns sahen schrien sie gleich zu uns herüber und deuteten uns mit einer Handbewegung, wir sollen doch auch dazu kommen.

Da saßen zwei junge Italiener, Francesco und Mattheo, spielten Gitarre und Trommel und erfreuten sich daran Touristen zu unterhalten. Außer diesen beiden Italienern saßen noch ein paar jugendliche Mädels und Burschen aus Deutschland dabei, sowie ein Strand-Badetuch-Verkäufer. Irgendwann verließ die deutsche Gruppe die nette Runde. Wir blieben noch ein paar Stunden, machten Späße und sangen gemeinsam. Ich durfte mir No Woman No Cry von Bob Marley wünschen. Im Hintergrund rauschte das Meer und der Sand, der meine nackten Zehen kitzelte, war immer noch warm. Das war echt entspannend und ist bis heute eine meiner schönsten Urlaubserinnerungen.

Am nächsten Tag fuhren wir mit wunderschönen Erinnerungen und einem breiten Lächeln im Gesicht nach Hause. Es war Schade, dass der Urlaub so schnell vorbei war, aber wir freuten uns auch, dass wir das erleben durften.
Ich hoffe, euch hat meine autobiografische Geschichte gefallen. Ich hätte gerne noch viel mehr darüber geschrieben, aber ich wollte auch nicht, dass euch die Geschichte langweilt.

Hier findet ihr die Links zu den anderen Bloggerinnen:

Montag 22.06.2015
Lydia – my.little.creative.world°
Claudia – Zwinkerlings Bibliothek

Mittwoch: 24.06.2015
Lisa – Lebenslounge
Ramona – Kielfeder
Tina – Tina In The Middle

Freitag 26.06.2015
Sabrina – Curryfee
Karin – Karins Kindle

 

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