Blogger sollten kein Geld verdienen

In keiner Branche ist Geld verdienen so verpönt, wie in der Blogger Branche. Ein Beitrag über meine Sicht zum Thema „Geld verdienen als Blogger“, einen kleinen Blick hinter die Kulissen und über ein Vorbild mit vielen Neidern.
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Ein Vorbild und viele Neider

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Caro Daur hat es geschafft und ist die erfolgreichste Bloggerin im deutschsprachigen Raum. Viele Blogger bewundern sie und sehen in ihr ein Vorbild. Trotzdem liest man häufiger von den Neidern, die ihr den Erfolg nicht gönnen. „Das ist ja keine richtige Arbeit“ und „Das ist ja nur eine arrogante Tussi, die ständig ihr Gesicht ins Bild drängt“ so lauten viele Kommentare. Welche Arbeit dahinter steckt sieht kaum jemand.

Caro ist gerade mal 22 Jahre alt, lebt ihren Traum und verdient dabei richtig gut Geld. Dafür arbeitet sie aber auch täglich viele Stunden und hat ein Leben, dass sicherlich anstrengender ist, als es aussieht. Heute hier, morgen da! Zwischen Fotoshootings, schnell mal ein Meeting, Kooperationsgespräche, Mails beantworten und Texte schreiben. Für die Meisten wirkt dieses Leben wie Urlaub, aber ich stell mir das ziemlich anstrengend vor. Da muss alles perfekt getimed sein.

Ich finde Caro bewundernswert. Auch wenn ich mir diesen Lifestyle für mich so gar nicht wünschen würde und auch gar nicht vorstellen kann und mag. Jeder, der seinen Traum lebt, hat meinen allergrößten Respekt verdient.
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Einstellung zur Arbeit und zum Geld

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Wer hat jemals behauptet, dass Arbeit nur dann als Arbeit zählt, wenn sie keinen Spaß macht!!! Leider fällt mir in den letzten Jahren aber vermehrt auf, dass viele diese Einstellung haben. Gerade seit unsere Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung immer besser werden.

Glaubt ihr nicht, dass bei den ersten Fußball Matches auch viele Leute behauptet haben „Was soll dass denn sein? So viele Leute hetzen einem einzigen Ball hinter her und bekommen dafür so viel Geld?!“. Und jetzt sitzen wir alle gespannt vor den Bildschirmen, gehen ins Stadion, steigern uns so richtig rein und gröllen mit.

Auch bei den Schauspielern wird immer gejammert, dass die unverschämt überbezahlt sind. Natürlich finde auch ich manchmal, dass hin und wieder ein bisschen zu viel Geld fließt in dieser Branche, aber ich sehe auch das gesamte Ausmaß deren Arbeit. Das sind nicht nur die zwei Stunden, die wir vor der Klotze investieren. Das sind oft monatelange Vorbereitungen bevor der Filmdreh überhaupt beginnt. Dann ist man monatelang kaum bei der Familie. Die Stars opfern auch viel Privatleben und es gibt unzählige Rollen die auf die psychische und körperliche Substanz gehen. Einfach ist der Job sicher nicht und ich würde nie im Leben auch nur für 24 Stunden in die Rolle eines Hollywoodstars schlüpfen wollen. Wer jetzt sagt „Die hat ja keiner gezwungen, dass zu machen“ – stimmt, aber jeder Job hat seine Vor- und Nachteile. Sowie es auch jeder Job verdient hat ernst genommen zu werden.

Geld bekommt immer etwas leicht unanständiges, sobald jemand eines hat. Natürlich aber nur für diejenigen, die keines haben oder glauben, dass sie für ihr Geld weitaus härter arbeiten müssen.
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Geld verdienen als Blogger

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Beim Bloggen wird einem in den meisten Kursen, genauso wie in jedem Zweiten Beitrag a lá „So wirst du als Blogger erfolgreich“, erzählt, dass du es aus Spaß machen sollst und der Gedanke des Geldverdienens nicht im Vordergrund stehen sollte.

Warum nicht?!

Blogger sein ist ein Job! Ein Job der sich in den nächsten Jahren noch zig mal wandeln aber völlig etablieren wird. Damit Geld verdienen zu wollen, schließt die dafür vorhandene Leidenschaft in keiner Sekunde aus. Und Leidenschaft ist das wichtigste Werkzeug, um seine Arbeit gut zu machen. Egal um welchen Job es sich handelt. Du darfst dich halt nur nicht für jedes Projekt her geben. Wenn es nicht zu dir, deinen Blogthemen und deiner Leserschaft passt, dann lass die Finger davon. An sich ist aber damit Geld verdienen zu wollen keine Schande und es zu verdienen erst recht nicht!

Ich geh ja schließlich auch nicht ins Büro arbeiten und sag „Ich mach das gratis, weil es mir Spaß macht“.

Viele Jahre war ich angestellt und seit über 10 Jahren bin ich nun selbstständig (mehr über meine Jobs könnt ihr im Artikel „Jobhopper“ nachlesen). Als Fulltime Blogger bist du selbstständig und das bedeutet mehr Verantwortung. Einfach krank schreiben, wenn man 38 Grad Fieber hat, geht nicht so leicht. Nicht, wenn man Abgabetermine hat. Es werden einem auch nicht die Aufgaben zugeteilt und man hat auch keine Kollegen, die einem im Notfall unter die Arme greifen. Firmenkorrespondenz, Fototermine, Bildbearbeitung, Meetings, Presseevents, Buchhaltung, einlesen in die rechtlichen Aspekte des Bloggens und neue Programme lernen, sind nur wenige Aufgaben die ein Blogger hat.

Wenn ich manchmal auf anderen Blogs stöbere und die Kommentare lese, habe ich oft das Gefühl, dass viele der Meinung sind „Blogger sollten kein Geld verdienen“.

Bloggen ist aber ein ganz „normaler“ Beruf. Neu, aber völlig normal. Die Welt ist im Wandel. IMMER! Es wird daher auch immer neue Berufe geben. Wenn es keine Neuerungen, keine Entwicklungen gäbe, dann käme es zum Stillstand. Und… Naja… nach dem Stillstand gibt es nur noch eine Konsequenz. Danach nichts mehr!

Auch, dass Blogger alles nachgeschmissen bekommen, stimmt so nicht. Gerade in der Anfangszeit bekommen Blogger Samples anstelle einer Vergütung. In der Steuer muss das Sample aber angegeben werden, so als hätte man Geld verdient.

Jeder Mensch muss in seinem Job für das Geld, dass er verdient, arbeiten. In manchen Fällen, eben wie bei uns Bloggern, sieht man als Außenstehender die Arbeit dahinter nicht. Sie ist aber dennoch da und es ist keine Schande, wenn man mit dieser Arbeit Geld verdient.

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Ich bin gespannt, was ihr zu diesem Thema sagt. Wie steht ihr zu den Vorwürfen, dass Blogger alles nachgeschmissen bekommen und das sich Leute, die mit etwas Geld verdienen, dass ihnen Spaß macht, immer rechtfertigen sollen. Ich freue mich auf eure Kommentare!

15 Comments

  • Katharina sagt:

    Schöner Beitrag und ein sehr komplexes Thema. Ich bin auch der Meinung dass blogger Geld verdienen dürfen und auch sollen schließlich ist es viel Arbeit. Und klar, bei den meisten beginnt es als Hobby und das ist ja auch ok. Caro daur ist sehr erfolgreich und ich beneide sie um ihr sicherlich sehr stressiges Leben nicht. Wobei ich schon sagen muss dass ich es etwas schade finde dass ihr Blog vielleicht etwas drunter leidet. Über Fußball Spieler und Schauspieler kann man denke ich gespaltener Meinung sein. Klar sie opfern viel und körperlich sowie geistig, allerdings denke ich dass inzwischen Summen bezahlt werden die etwas übertrieben sind. Schließlich gibt es auch andere Berufe in denen hart gearbeitet wird, die körperlich anstrengend sind, Berufe die riskant sind und leider verdienen solche Menschen manchmal nicht mal genug dass es für die Rente reicht.
    Aber auf jeden Fall finde ich es nur gerecht, wenn blogger für ihre Arbeit bezahlt werden. Nur samples zu bekommen und am Ende drauf zu zahlen ist nicht gerade gerecht.

    LG Katharina
    http://dressandtravel.com

    • Tina sagt:

      Hi Katharina,

      ich hab auch lang überlegt, ob ich das Beispiel mit den Fußballern und Schauspielern schreiben soll 😉

      Auf jeden Fall stimme ich dir zu, dass es Berufe gibt, die wesentlich mehr verdienen sollten. Gerade die Berufe, die mit Risiken verbunden sind oder Leben retten, sollten besser bezahlt werden.

      LG, Tina

  • Daria sagt:

    Caro macht es echt mega gut und ich persönlich nehme sie auch gerne als Inspiration 🙂

    LG,

    https://daria-alexandra.de/

  • Linni sagt:

    Hallöchen,

    ein sehr schwieriges Thema, was eigentlich nicht schwierig sein sollte! Ich sehe es genauso wie du! Niemand sollte die Arbeit des anderen schlecht machen. Vor allem nicht, wenn man keine Ahnung von dem Berufszweig hat! Und das sind ja oft die Menschen, die meckern..

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

    • Tina sagt:

      Hallo Linni,

      damit hast du den Nagel auf den Kopf getroffen 😉 Genau diese Leute, die eben keine Ahnung haben, sind diejenigen die meckern.

      GLG, Tina

  • Viele können mit den Worten Influencer oder Blogger nur bedingt was anfangen und wissen gar nicht (wie Du ja auch schreibst) wie viel Arbeit eigentlich dahinter steckt.

    Klar, manchmal gehört auch einfach ein wenig Glück dazu, zur richtigen Zeit mit dem richtigen Thema usw. im www vertreten zu sein – aber so ist das überall.

    Bestes Beispeil ist hier für mich die Musikbranche. So viele Künstler und DJs haben es dank Soundcloud und YouTube zu internationalem Ruhm geschafft und sind Multimillionäre geworden. Caro Daur hat dies eben als Bloggerin und Influencerin geschafft.

    Es gibt wahrscheinlich nur 0,01%, die von sowas gut für längere Zeit leben können. Aber wenn dem so ist – ist es doch einfach klasse! 🙂

    Viele Grüße
    Michael & Sandra

    • Tina sagt:

      Ja, da stimme ich euch auf jeden Fall zu. Ein bisschen spielt auch Glück und Timing eine Rolle. In puncto Soundcloud und überhaupt in der Musikbranche finde ich es besonders super, solche Möglichkeiten zu haben. Denn jetzt hängt es von den Leuten ab, ob der Musiker erfolgreich ist und nicht von einer Einzelperson bei den Plattenfirmen, die darüber entscheidet ob das Lied auf den Markt kommt 😉

      LG, Tina

  • Vanessa sagt:

    Ich stimme dir zu. Blogger habe wirklich viel Arbeit. Auch test Blogger. man muss fotografieren, Textre erstellen und dafür sorgen, dass man gelesen wird. Urlaub ich anders.
    Ich sehe jetzt aber öfter, dass in Schweden der Beruf Blogger einfach normal ist. da wird nicht drüber gelästert. Deutschland bekommt das ganze aber nicht auf die Reihe.
    daher würde auch ich eher in Schweden Blogger sein wollen. Ich glaube so ein gezicke gibt es wirklich nur in Deutschland.

    xoxo Vanessa von http://www.lipstickbunnies.de

    • Tina sagt:

      Danke für dein Feedback 😉

      In vielen Ländern ist der Bloggerberuf schon etabliert und akzeptiert. Bei uns im deutschsprachigen Raum dauert es vielleicht noch ein bisschen 😉

      LG, Tina

  • Héloise sagt:

    Also, ich mag solche verallgemeinernden Kommentare auch nicht. Wenn jemand Spaß an etwas hat und damit Geld verdient, dann steckt in den wenigsten Fällen nicht auch harte Arbeit dahinter und ich freue mich auch, wenn ich eine tolle Kooperation angeboten bekomme. Andererseits besuche ich andere Blogs halt vor allem wegen der persönlichen Note, die dahintersteckt. Wenn ein Filmstar ein Shampoo bewirbt, dann ist mir klar, dass er gegen Bezahlung sein Gesicht hinhält, bei einem Blogger verschwimmen die Grenzen schnell. Als Hobbyblogger kann ich es mir leisten, nur anzunehmen, was wirklich zu mir passt, wie das aber aussehen würde, wenn meine Miete und mein Abendessen davon abhängen, das weiß ich nicht…

    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

    • Tina sagt:

      Das sollte beim Bloggen immer oberste Priorität haben – nur Werbeaufträge anzunehmen, die zu einem selbst, zum Blog und zu den Lesern passt. Wenn man es hauptberuflich macht und seine Miete davon zahlen muss, kann man ja die Firmen anschreiben, die einen irgendwie ansprechen und wo man auch privat einkauft. So mache ich das zumindest 😉

  • Horst sagt:

    Servus Tina!

    Neider gibt es immer dort, wo Menschen erfolgreich sind. Das gibt es nicht nur bei den Bloggern.

    In unserer Gesellschaft ist es wirklich sehr häufig so, wie du schreibst: was Spaß macht, kann keine Arbeit sein – warum sollte man dafür dann Geld bekommen? Eine völlig falsche Einstellung, denn nur wenn etwas Spaß macht, macht man es auch wirklich gut.

    Dein Beispiel mit den Schauspielern und Fußballspielern finde ich an dieser Stelle etwas unpassend, denn hier wird klar über das Ziel hinausgeschossen, was die Bezahlung angeht. Das steht in keinem Verhältnis mehr zur Leistung.

    Have fun
    Horst

    • Tina sagt:

      Danke für dein Feedback! Ehrlich gesagt, habe ich auch lange überlegt ob ich das Beispiel mit den Fussballern und Schauspielern nun schreiben soll oder nicht. Hab mich aber dann dafür entschieden, weil die Berufe mit Sicherheit auch zu Beginn nicht ernst genommen wurden, viel Arbeit bedeuten und trotzdem Spaß machen.

      Aber du hast schon recht, in den meisten Fällen steht die Bezahlung in keinem Verhältnis mehr zur Leistung.

      GLG, Tina

  • Guten Abend.
    Bloggersein ist definitiv ein Vollzeitjob und es ist nicht schlimm, wenn man damit Geld verdienen möchte. Habe heute auch einen Artikel dazu veröffentlich und wenn du magst, kannst du dir diesen gerne durchlesen: https://zart-wie-federbluemchen.blogspot.de/2017/08/bloggerguide-wieso-weshalb-warum-bin-ich-bloggerin.html

    Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend,
    Sandra.

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