Storytelling: ALLES WIRD GUT

Es war letztes Jahr im Sommer, da lag ich eines schönes Nachmittags im Garten in der Hängematte. Es war unglaublich still und ich konnte weder ein Auto, noch die Nachbarn, noch irgendein anderes Geräusch wahr nehmen. Nichts war zu hören, ich glaube, noch nicht einmal die Vögel zwitscherten.

In der einen Hand hatte ich ein Magnum Strawberry White und mit der anderen Hand nahm ich meine Sonnenbrille ab. Nachdem ich meine Augen schon ungläubig zusammen gekniffen habe, weil am Himmel plötzlich rosa und grüne Farbflecke zu sehen waren. Da musste ich erstmal die Brille abnehmen und putzen. Irgendwie hatte ich angenommen, dass es an der Sonnenbrille lag und putzte sie, obwohl ich keinen Fingerabdruck oder andere Verschmutzungen darauf entdecken konnte.

Ich setzte die Brille wieder auf und die Farbflecke sind da. Ich nahm sie ab und sie waren weg. Wieder kniff ich die Augen zusammen. Ich stand auf, blickte nach oben und guckte in alle Richtungen und da waren sie – noch mehr Farbflecke, viel intensiver und nun auch ohne Sonnenbrille zu erkennen. Es war wunderschön!

Ich legte mich also wieder in die Hängematte und beobachtete die rosa und grünen Flecken am Himmel, aß gemütlich mein Eis und plötzlich war da dieses unglaublich entspannte Gefühl. Es ist kaum zu beschreiben und zu dieser Zeit war ich ewig nicht mehr in so einer Stimmung. Diese Stille und dieser einzigartige atemberaubende Anblick direkt aus meiner Hängematte sorgten dafür, dass ich all den Stress der letzten Monate loslassen konnte.

Manchmal reicht ein kurzer kleiner Moment und man weiß, dass alles gut wird.

Es klingt bestimmt komisch und ich habe ewig überlegt, ob ich den Beitrag schreiben soll, aber zu diesem Zeitpunkt vor einem Jahr, hatte ich unschöne Monate hinter mir. Ende 2015 und im ersten Halbjahr 2016 bekam ich gesundheitliche Probleme, durch den jahrelangen Stress aus meinem vorigen Job. Ein Arzt überbrachte mir schließlich eine Nachricht, die niemand gerne hören möchte. Ich war am Boden zerstört und hatte nach der Diagnose nur noch mehr Stress, weil ich nicht wusste, was mich erwarten würde, was ich selbst aktiv tun kann um schlimmeres zu verhindern und wie es für mich weitergeht. Beruflich! Privat! Gesundheitlich!

Nach dieser Diagnose habe ich angefangen konsequent Yoga zu praktizieren und täglich zu meditieren. Beruflich habe ich mich mehr auf das Schreiben konzentriert was mir auch mehr Freiheiten in der Zeiteinteilung brachte. Und obwohl ich schon nach einigen Wochen wesentlich entspannter war, gab es zwischendurch immer wieder Momente in denen ich Angst bekam, vor allem wenn ich an die nächste Kontrolluntersuchung dachte.

Da lag ich also letztes Jahr im Sommer, an diesem einen Tag, in meiner Hängematte und plötzlich kullerten ein paar Tränchen über meine Wangen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass jemand seine Hand aufmunternd und Kraft spendend auf meine Schulter legte und sagte – „ALLES WIRD GUT“. Es fühlte sich auch wirklich so an, als würde alles gut werden, deshalb habe ich ohne Zweifel daran geglaubt.

Wenige Wochen darauf hatte ich meinen Termin zur Kontrolluntersuchung und es war kaum zu glauben, aber alles war gut.

All das Yoga, das Meditieren, das Konzentrieren auf die schönen Dinge im Leben und natürlich auch das Medikament, haben ihre Wirkung gezeigt. Aber ab diesem Moment als ich über dem Himmel Österreichs Polarlichter sah, während ich Eis essend und in kurzen Hosen in meiner Hängematte lag, da wußte ich es, dass alles gut werden würde.

Auf einer Plattform zum Thema Wetter/Astrologie usw. habe ich dann gelesen, dass es tatsächlich Polarlichter waren und durch den leichten Gelbstich der Sonnenbrillen konnte ich diese Farblichter besser erkennen.

Ich wollte schon immer Polarlichter sehen, habe mir aber gedacht, dass ich dafür in den kalten Norden müsste. Man kann es optisch sicherlich nicht vergleichen, aber ich bevorzuge es die Polarlichter nicht ganz so farbintensiv, aber dafür in kurzen Hosen und bei über 30 Grad zu sehen!

.
Habt ihr auch schon einmal so einen Augenblick erlebt, aus dem ihr Kraft und Hoffnung geschöpft habt? Es würde mich wirklich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen in die Kommentare schreibt.

4 Comments

  • Marina sagt:

    Liebe Tina, wie ich hier lese hast du schon schlimme Sachen durchleben müssen, umso mehr freut es mich, daß es dir jetzt gut geht und ich wünsche dir für die Zukunft nur das Allerbeste!
    Ganz liebe Grüße
    Marina

  • Mona sagt:

    Sehr berührender Post, du scheinst eine schlimme Zeit durchgemacht zu haben, wie schön, dass du einen Weg für dich gefunden hast und alles wieder gut ist 🙂
    Liebe Grüße, Mona

  • Anna sagt:

    Solche Momente kenne ich selber zu gut 🙂 Es freut mich für dich, dass du so eine tolle und positive Einstellung zum Leben hast 🙂

    Liebe Grüße,
    Anna
    von https://whenanna.com/

  • Larissa sagt:

    Schöner Post. Wie sagt man so schön. Wenn du dich der Sonne zuwendest, fällt der Schatten hinter dich. Ich hatte als ich mein Praktikum gekündigt habe diesen Moment, dass alles gut wird. Als ich das Büro verlassen habe und um die Ecke bin. Also genau wusste ich muss niemals mehr hin und mich ausnutzen lassen 🙂
    Liebe Grüße
    Larissa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.